#42 Agroforst: Lohnt sich das für meinen Bio-Betrieb?

Shownotes

Agroforst bietet vielfältige Möglichkeiten, landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit, Hitze und Erosion zu machen. Doch für welche Betriebe und Standorte ist Agroforst tatsächlich sinnvoll? Welche wirtschaftlichen Chancen bietet das System und wo liegen seine Grenzen? In dieser Folge von WIR BIO-BAUERN spricht Celine Grau mit Christoph Meixner, Geschäftsführer von TRIEBWERK, und Naturland Berater Stefan Lemmerer über die Planung, Umsetzung und Wirtschaftlichkeit von Agroforstsystemen. Dabei bringen sie sowohl Erfahrungen aus der Beratung als auch aus der landwirtschaftlichen Praxis ein.

Gemeinsam gehen sie der Frage nach: • welche Vorteile Agroforst für Boden, Wasserhaushalt und Tierhaltung bietet, • welche Flächen sich für Agroforst eignen und wo andere Maßnahmen sinnvoller sind, • warum die betriebsindividuelle Planung entscheidend ist, • mit welchen Kosten und welchem Pflegeaufwand Betriebe rechnen müssen, • welche Gehölzarten sich für unterschiedliche Nutzungsziele eignen, • und welche Chancen und Grenzen Agroforst aus wirtschaftlicher Sicht bietet. Außerdem berichten die beiden von ihren Erfahrungen aus der Praxis und geben Tipps für Betriebe, die sich erstmals mit Agroforst beschäftigen möchten.

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00:00:02: Je offener eine Landschaft ist und je trockener es in der Region ist, umso mehr Effekt wird ein Agroforstsystem aus meiner Sicht haben.

00:00:14: Aber wenn wir alles mit einem beziehen alle Faktoren dann kann man schon sagen auf sehr vielen Flächen lohnt sich Agroforstwirtschaft.

00:00:20: Das waren Stefan Lemmerer und Christoph Meixner.

00:00:23: Mit den beiden habe ich Celine Grau von der Beratung für Naturland über das Thema Agroforstsysteme gesprochen.

00:00:29: Welche Vorteile bringen Agroforstsystem mit?

00:00:32: Warum können Sie sich auch wirtschaftlich lohnen, das und vieles weitere erfahrt Ihr nach dem Intro.

00:00:59: Als Beratung für Naturland begleiten wir dich auf diesem Weg.

00:01:02: Also packen wir es an!

00:01:06: Hallo und Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von WIR BIO-BAUERN.

00:01:10: Heute geht's um Agroforstsysteme.

00:01:13: Dafür habe ich zwei Experten eingeladen, und zwar Christoph Meixner.

00:01:18: Er ist Agrarwissenschaftler und ausgebildeter der Baumwart und seit fünf Jahren in der Geschäftsführung vom Triebwerk.

00:01:25: Das ist eine Organisation, die sich auf die Planung von Agroforstsystemen spezialisiert hat.

00:01:30: Als zweiten Gast habe ich meinen Kollegen von der Beratung für Naturland Stefan Lemmerer eingeladen.

00:01:36: Er beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Agroforst und hat auch selbst schon einen System angelegt, er weiß dadurch worauf es ankommt und kann aus seinen Erfahrungen berichten.

00:01:45: Hallo ihr beiden!

00:01:46: Hallo!

00:01:47: Hallo Celine.

00:01:48: Jetzt nochmal genauer Christoph Du bist ja jetzt in einer Geschäftsführung vom Triebwerk.

00:01:53: Was genau macht ihr da?

00:01:55: Genau, wir sind Planungsbüro für Agroforstwirtschaft und nun auch für Wasserrückhaltersysteme.

00:02:02: Und wir begleiten Betriebe von der Ideenentwicklung, Zielstellung und vor allem natürlich die Planung bis hin zu Umsetzungen langfristigen Begleitungen.

00:02:09: Das machen wir für Betriebe, das machen wir teilweise auch für Kommunen, die interessiert sind, ihre Landschaften umzustellen auf Klimalandschaften.

00:02:18: Und das ist der eine Part, die Planung.

00:02:20: Der andere Part ist die Bildung.

00:02:22: Wir haben mit dem Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft die Agroforstakademie ins Leben gerufen vor ja jetzt fünf Jahren und bilden jetzt im fünften Jahr Berater- und Beraterinnen aus, die dann in Verbänden oder auch in der Offizialberatung Agroforstsystem beraten.

00:02:37: Dann ist es dritte Standbein die Projektbearbeitung.

00:02:41: Das heißt wir sind den nationalen internationalen Projekten beteiligt, um Wissenslücken im Bereich der Agroforstwirtschaft zu schließen.

00:02:47: Also ich würde sagen, viele haben jetzt schon von Agroforst in irgendeiner Form gehört mittlerweile.

00:02:52: Jetzt habe ich in meiner Recherche gelesen, dass es zu einer höheren Produktivität von bis zu achtzig Prozent kommen kann.

00:03:00: wie ist das ganze genau zu verstehen und kann man, dadurch sagen Agroforst lohnt sich auch wirtschaftlich?

00:03:07: genau das sind zwei verschiedene Fragen, die wir da beantworten müssen.

00:03:12: Einerseits genau die Produktivitätssteigerung hier in unseren Gefilden so zwanzig bis vierzig Prozent, bis zu achtzig Prozent.

00:03:20: In Europa teilweise fast bis zu hundert Prozent also das Doppelte.

00:03:24: Genau, hängt einfach damit zusammen, dass wir aus der klassischen zwei-D-Landwirtschaft eine drei-D Landwirtschaft machen.

00:03:29: Das heißt wir erhöhen die photosynthetisch aktive Fläche.

00:03:33: So kann man es auch ausdrücken.

00:03:34: Das heißt wir sammeln sozusagen mehr Sonnenstrahlen ein, die wir in Biomasse umsetzen Und gleichzeitig gilt es auch für den Boden, den wir in tieferen Schichten erschließen.

00:03:46: Wir nutzen sozusagen unterschiedliche Ressourcen zu unterschiedlichen Zeiten und dadurch ist eine höhere Produktivität möglich.

00:03:54: Ob sich das jetzt gleich ökonomisch auch genau in den gleichen Werten ausdrückt, dass man jetzt den doppelten Deckungsbeitrag hat, das ist eben nicht so, sondern das ist schon so, dass wir unterschiedlich betrachten müssen, was man da eigentlich anbaut oder anpflanzt.

00:04:10: Das heißt, bei der Zuckerrübe ist es nicht mit der Pappel zu vergleichen.

00:04:13: Sondern es bezieht sich erst mal auf die Produktivität der Biomasse, die man da erzeugt und dann kommt das aber einfach darauf an was zu welchen Preisen ich was wie vermarkten kann.

00:04:23: Aber Agroforstwirtschaft ist sehr viel mehr.

00:04:25: Es ist ein Gesamtsystem.

00:04:26: Und wenn wir das Gesamtsystem betrachten, dann können wir durchaus sagen dass lohnt sich und es lohnt auch sehr vielen Flächen.

00:04:32: Es kommt immer auf den Standort drauf an. Es kommt immer auf die Langfristigkeit an in der wir das Ganze betrachten.

00:04:39: Aber wenn wir alles mit einbeziehen, alle Faktoren dann kann man schon sagen auf sehr vielen Flächen lohnt sich Agroforstwirtschaft.

00:04:46: Ist Agroforstsystem dann eher ein Produktionssystem oder ein Naturschutzsystem?

00:04:53: Das ist eine wichtige Frage, weil der Naturschutz ja oft sozusagen die Gehölze in der Landschaft für sich einnimmt wie eben die Streuobstwiese, die ja früher als hochproduktive Systeme einfach für die landwirtschaftlichen Betriebe wir dafür gesorgt haben, dass genügend Nahrungsmittel erzeugt wurden.

00:05:11: Das ist jetzt heute ein bisschen anders.

00:05:13: Wir stehen ganz klar dafür, dass das produktive Systeme sind und wir planen sie auch so, dass die als produktiven Systeme in dem landwirtschaftlichen Kontext funktionieren können.

00:05:22: Wir sind ganz froh, dass sich die Bundesregierung des zwanzig-dreien-zwanzig anerkannt hat und es im Agrarrecht wiederfinde, dass Agroforstsystem als klassische landwirtschaftliche Erzeugung gilt.

00:05:33: Und wir müssen uns aber immer wieder mit dem Naturschutz auseinandersetzen, dass wir sagen es sind Produktionssysteme die darf man so bewirtschaften.

00:05:43: Die darf man auch wieder entfernen.

00:05:45: das ist so und so sind die Regeln.

00:05:48: aber gleichzeitig und das ist mir total wichtig nehmen wir den Naturschutz einfach mit Das heißt mit jedem Gehölz was wir in die Landschaft bringen, schaffen wir Strukturen.

00:05:57: Wir machen das aber nicht aus dem oder auch in der Regel nicht vor dem Hintergrund, dass wir jetzt Naturschutz machen wollen, sondern wir wollen unsere Produktionssysteme nachhaltiger machen, zukunftssicher machen.

00:06:09: und der Naturschutz kommt einfach mit. Über die Insekten

00:06:12: Über die Winderosion, die wir bremsen, über die Wassererosionen, die wir bremsen, da sind ja ganz viele Facetten dabei.

00:06:19: aber uns ist wichtig, dass es so ein Art Hucke-Pack denken ist.

00:06:21: dann der Naturschutz kommt mit.

00:06:23: aber wir machen eigentlich Landwirtschaft.

00:06:27: Stefan, du hast sich ja jetzt auch schon viel damit beschäftigt.

00:06:30: Eben was unterscheidet deiner Ansicht nach einen gut geplanten Agroforststreifen von einer schlecht gepflanzten Baumreihe?

00:06:39: Ich würde mal behaupten das liegt sehr stark im Auge des Betrachters.

00:06:43: beziehungsweise wenn der Landwirt mit seiner Baumreihe zufrieden ist, ist es ein gutes Agroforstsystem und wenn der feststellt, dass die Nachteile überwiegen.

00:07:00: Dann ist es eine schlecht gepflanzte Baumreihe.

00:07:03: Insofern ich glaube ganz generell bei Agroforstsystemen ist wichtig, dass es eine sehr große Bandbreite gibt, sehr viele Möglichkeiten und sehr viele Auswirkungen.

00:07:15: Und es braucht immer betriebsindividuelle Lösungen.

00:07:20: Wie gesagt, wenn der Landwirt nach zehn Jahren mit seinem System noch zufrieden ist, dann war es gut geplant.

00:07:32: Kann ich absolut unterstützen?

00:07:34: Es ist eben kein klassisches Beratungsthema, wo ich auf den Betrieb komme und sage mach so mal das, dann erzeugt das jetzt irgendwie die Effekte.

00:07:43: Sondern das ist in der Regel Planungen statt Beratungen, weil's wirklich darum geht diese langfristigen Veränderungen, die damit einhergehen.

00:07:50: So zu designen dass es positive Veränderung sind und das bekommt man hin.

00:07:54: aber wenn's eben nicht gut geplant ist dann können sie auch schlechte sein Dann kann der Ertrag zurück gehen, dann kann die Befahrbarkeit schlechter sein.

00:08:02: Aber gleichzeitig bei einer guten Planung kann die Gefahrbarkeit besser sein als vorher in dem der Flächenzuschnitt beispielsweise optimiert wird.

00:08:08: Also das ist ganz wichtiger Punkt und man sollte sich eben auch Zeit nehmen darüber nachzudenken eine Planung zu machen, drüber nachzudenken.

00:08:17: Ist das was wirklich für mich passt?

00:08:19: Und dann erhöht es auf jeden Fall die Zufriedenheit.

00:08:22: Das ist kein Landnutzungssystem, was ich jetzt hoppla hopp mal schnell machen kann, sondern in der Regel braucht es schon einige Monate von der Ideenentwicklung bis hin zum Plan des Fertigen in die Pflanzen gekauft und jetzt geht's los.

00:08:34: Warum ist in dem Zuge auch die Zielvorgabe wichtig?

00:08:38: also dass ich als Betrieb weiß oder mir klar bin, was sind die Ziele mit dem Ganzen?

00:08:43: Warum ist das auch so entscheidend in dem ganzen Prozess?

00:08:46: Die Ziele sind deswegen wichtig, weil mehrere Generationen natürlich auch von Betroffen sind.

00:08:50: Nicht bei allen Agroforstsystemen aber doch bei einigen.

00:08:53: Das heißt ich muss mir sehr klar darüber sein was möchte ich eigentlich, was sind meine Herausforderungen am Betrieb?

00:08:59: welche Flächen habe ich, welche Fläche haben?

00:09:01: beispielsweise im Problem weit weg vom Betrieb ungünstiger Flächenzuschnitt Winderosion Wassererosion wie auch immer gibt es ja ganz viele Facetten.

00:09:10: oder das Ziel ist, ich möchte eine positive Außendarstellung.

00:09:13: Ich möchte zum Beispiel Tourismus oder Landschaftsbild optimieren und möchte dass mehr Leute auf mein Betrieb kommen und ich die direkte Vermarktung steigern kann.

00:09:22: Das sind ganz viele verschiedene Ziele, die ich haben kann.

00:09:25: Und wir vergleichen es immer mit einem Schweizer Taschenmesser.

00:09:28: also die Agroforstwirtschaft kann wahnsinnig viel, aber ich kann... Es bringt mir nichts des Schweizer Taschenmessers, wenn ich alles ausgeklappt habe.

00:09:33: Das geht nicht!

00:09:34: Das heißt ich muss mich dann auch entscheiden und Ziele priorisieren und gucken ist es ist hier wohl?

00:09:40: Das Landschaftsbild ist die schnelle, der schnelle Return on Investment.

00:09:43: Das heißt schneller Verkauf von Produkten und die Zielstellung herauszuarbeiten und nicht alles zu wollen das erleben wir nämlich ganz oft dann kommt zurück wir wollen alles Mögliche wir wollen Landschaftsbild wir wollen Kohlenstoffspeicherung.

00:09:56: Das funktioniert in der Regel nicht.

00:09:58: deswegen ist dieser Zielstellungsprozess am Anfang der Planung ein ganz wichtiger damit eben langfristig eine hohe Zufriedenheit mit dem System erreicht werden kann.

00:10:06: wenn wir jetzt die Ziele quasi klar definiert haben, welche Flächen sind grundsätzlich für Agroforstsysteme geeignet?

00:10:15: Aufgrund der Multifunktionalität der Agroforstsysteme und auch der Vielfalt wie man sie gestalten kann gibt es eigentlich nahezu keine Flächen, die nicht geeignet sind.

00:10:22: Also selbst auf einem Hektar kann ich einen Strauchagroforstsystem machen, auch im Gemüsebau da ist viel möglich.

00:10:29: was tatsächlich weniger gut geeignet sind Naturschutzflächen im Sinne von im Naturschutzgebiet liegende Flächen weil da in der Regel die Naturschutzbehörde was dagegen hat, auch wenn es oftmals auch Symbiosen geben könnte oder Synergien geben könnte.

00:10:45: Aber das funktioniert meistens eher weniger gut genau.

00:10:48: Also habt ihr da auch schon Größen von bis dabei gehabt?

00:10:52: Eben von dem einen Hektar bis zu... Wir holen mal.

00:10:55: Hundert und über hundert Hektare ganz

00:10:58: klar.

00:10:58: Stefan, wie jetzt Christoph auch schon erläutert hat ich eine Gegebenheit habe, in der es vielleicht nicht geht.

00:11:07: Also nicht unbedingt ein Naturschutzfläche, aber vielleicht andere anderen Gegebenheiten.

00:11:11: Was kann ich stattdessen tun, um eben meinen Boden zu schützen und weiterhin Nutzung zur gewährleisten?

00:11:17: Also was sind da auch Alternativen, können Alternativen sein?

00:11:21: Es ist oft so dass eine Agrofortpflanzung nicht unbedingt die optimale Lösung ist.

00:11:26: bei uns Zuhause ist zum Beispiel oft so das Flächen Drainiert sind Und in diesen Fällen ist Agroforstsystem oft ein bisschen mit Vorsicht zu genießen.

00:11:36: Oder oft ist auch ein Hemmschuh, dass Flächen gepachtet sind von anderen Grundstückseigentümern und hier oft natürlich vorbehalte bestehen oder die nicht unbedingt begeistert sind von der Idee einen Agroforstsystem zu pflanzen.

00:11:56: Trotzdem gibt es natürlich viele Möglichkeiten Ich würde mal sagen, guten fachlichen Praxis im Ökolandbau.

00:12:04: Wie man viele der positiven Effekte die Agroforstsystem bietet auch irgendwie anderweitig lösen kann.

00:12:13: Klassische Beispiele hierfür sind möglichst schonende Bodenbearbeitung das arbeiten möglichst viel mit Zwischenfrüchten den Boden möglichst wenig lange offen braun liegen zu lassen.

00:12:29: Man kann sehr viel mit Nützlingsstreifen arbeiten.

00:12:35: Genau das sind so klassische Möglichkeiten, es gibt auch die Überlegung oder immer wieder auch schon Untersuchungen, dass man für Wendschutz zum Beispiel mit Elefantengras arbeitet, der per se zwar eine mehrjährige Kultur ist aber eben kein Gehölz.

00:12:54: Insofern gibt es auch hier viele Möglichkeiten, wie man sich Abhilfe schaffen kann ohne jetzt gleich eine Baumreihe oder ein Agroforstsystem anliegen zu müssen.

00:13:06: Stefan Agrofos gilt ja als eine der Antworten auf den Klimawandel und die ganzen Extreme, die auch jetzt wieder spürbar sind – lange Trockenheitsperioden, Wetterextreme dann eben genau hohe Niederschläge.

00:13:19: Welche Probleme kann denn ein Agroforstsystem tatsächlich lösen?

00:13:23: Auch deine Erfahrung nach!

00:13:24: Ich denke, man muss das schon sehr differenziert betrachten.

00:13:28: Potenziell hat Agroforst viele Möglichkeiten wie er positiv auf verschiedenste Probleme einwirken kann.

00:13:39: Die Frage ist immer, wie es welches System umgesetzt in welcher Region befindet sich?

00:13:46: Ob jetzt auch die positiven Effekte so zum Tragen kommen oder in welchem Umfang.

00:13:53: Je offener eine Landschaft ist und je trockener es in der Region ist, umso mehr wird ein Agroforstsystem aus meiner Sicht haben.

00:14:22: die Verdunstung und damit die Austrocknung auf der Fläche.

00:14:26: Und diese Effekte sind natürlich vor allem in Regionen, wo Niederschlag eher der limitierende Faktor sind am deutlichsten.

00:14:35: Durch die Verringerung der Winderosion erhöhen Agroforstsysteme den Humusgehalt auf der Fläche oder sie verhindern dem Verlust von Humus.

00:14:46: In den Baumstreifen selber erhöht sich da Der Humusgehalt, die Durchwurzelung wird besser.

00:14:51: Das heißt der oberflächliche Wasserabfluss wird reduziert.

00:14:57: Wasser kann besser auf der Fläche gehalten werden und dadurch wird der Niederschlag ja zunehmend seltener, aber dafür sturzflutartiger kommt, besser genutzt und rennt nicht so stark oberflächlich ab.

00:15:15: Darüber hinaus gibt es auch Untersuchungen dazu, dass auf überregionalem Level eine deutliche Erhöhung der Anzahl der Agroforstsysteme positive Auswirkungen auf den Wasserhaushalt hätte.

00:15:28: Vielleicht kann Christoph dazu ein bisschen näher ausführen?

00:15:35: Kann ich jetzt erstmal zusammenfassen deine hervorragende Beschreibung.

00:15:41: Das ist eine der ganz wenigen Landnutzungsformen, die eben beides schafft.

00:15:44: Die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen und gleichzeitig Kohlenstoff der Luft zu entziehen oder die Folgen des Klimawandels zu verringern.

00:15:53: Und diese Multifunktionalität in dieser Form sucht man seinesgleichen.

00:16:00: Ich denke das ist einfach die große Stärke der Aktenfondswirtschaft.

00:16:03: Aber wenn wir jetzt so die Regionen anschauen... Denkt man ja sofort eher an Ostdeutschland oder an Regionen mit großen Flächen, nicht so klein strukturiert jetzt wie in Süddeutschen zum Beispiel.

00:16:18: Aber warum macht es auch im Süd-Deutschlands Sinn?

00:16:21: Genau also wir haben hier auch einen eigenen Betrieb mit zwölf Hektar Forschungsfläche den wir selber bewirtschaften hier in Nordhessen wo's mich ja hinverschlagen hat und das ist auch nicht so groß strukturierter.

00:16:33: aber auch hier merken wir auf der Fläche schon relativ schnell positive Wechselwirkungen, das heißt also auf einer Fläche bezogen zum Beispiel auf die Tiere.

00:16:41: Die hatten wir bisher noch nicht.

00:16:42: Also Tiere erleiden ja großen Hitzestress gerade in den Zeiten, in denen wir uns gerade befinden ... und die Wohlfühltemperatur von Wiederkäuern ist eben nicht ... ... um den zwanzig Grad, sondern eben deutlich geringer.

00:16:52: Und das finden Sie unter den Bäumen im Schatten, wo auch noch eine Verdunstungskälte zu spüren ist... ... weitaus mehr als auf einer offenen Weide.

00:17:00: Aber genau auf Landschaftsebene hat es eben diese Effekte, wie Stefan das vorhin auch schon angesprochen hatte, dazu beiträgt, dass der Tropfen der Feld, wenn er mal fällt, genau dort bleibt, wo er eben fällt.

00:17:12: Das ist ein ganz wichtiger Aspekt.

00:17:14: in Franken gibt's ja auch dieses Projekt, wo Mal geguckt wird, wie viel Wasser wird in den Gräben abgeführt und wieviel Wasser wird da der Landschaft eigentlich entzogen.

00:17:22: Und es gab Sicherzeiten und es gibt die auch immer wieder wenn wir zu viel Niederschlag haben.

00:17:26: Da ist es sinnvoll dass das Wasser bei Drainagen ausgeleitet wird.

00:17:29: Das hat absolut seine Berechtigung.

00:17:31: aber es gibt eben auch Zeiten und vor allem auch Regionen und Tendenzen in die Richtung in die es geht wo das nicht immer so sinnvoll ist und was wir eben machen können dass wir die Reihen so anlegen, dass sie höhenlinienorientiert sind.

00:17:44: Immer mit dem Fokus auf die Flächengeometrie.

00:17:46: das hat die höchste Priorität, dass es gut zu bewirtschaften ist.

00:17:49: aber oftmals finden wieder gute Lösungen Gehölzreihen anlegen und die gleichzeitig kombinieren mit Gräben oder auch mit kleinen Rückhalte sind dann keine Becken, sondern wirklich so kleine Mulden.

00:18:02: Die müssen auch nicht immer durchgängig sein und auch nicht in Höhenlinien orientiert werden.

00:18:06: Wir haben eines hier bei Kassel wo wir das angelegt haben, wo wir ganz genau zeigen können dass es Wasser genau dort bleibt und wenn mal mehr kommt um Wasser zu fließen anfängt dann in den Baumstreifen Halbmacht dort versickert Und die Baumwurzeln, die eben tiefer Wurzeln des Wasser wieder mit aufnehmen können nach oben transportieren können und teilweise auch wieder an die umliegenden Kulturen abgeben.

00:18:27: Das ist eine Maßnahme zur Klimawandelanpassung, um die extremen Ereignisse, die weiter zunähen werden, um sie abzupuffern.

00:18:34: Vielleicht der zweite Aspekt?

00:18:35: Um dann nochmal vom Klimawandel weg auf Betriebsebene zu gucken, leben wir eben auch auf das direkt vermarktende Betrieb zu uns kommen und sagen, hey wir wollen ein besseres Außenbild oder wir wollen näher an dem Verbraucher sein.

00:18:51: Die dann über verschiedenste Gehölzkulturen wie die Pappel und dann das Hund runter oder auch Bärensysteme wie wir es auch hier haben.

00:18:59: Dann den ja näher am Verbrauchern zu sein indem man selbst Pflück-Aktionen anbietet oder eben auch weitere Kulturen anbietet oder auch nur zum Beispiel Wein zeigen kann dass man eben Wein aus Weinwald zum Beispiel produziert Und dort sozusagen ein Mehrwert oder auch eine Einzigartigkeit schafft, wo Verbraucherinnen bei den Bäume immer sehr positiv ankommen.

00:19:20: Dann sagen hey das Produkt klingt doch spannend und da leisten die Landwirte und dann wird hin definitiv auch einen großen Mehrwert für die Gesellschaft und erbringen gesellschaftliche Leistungen, die eben oftmals nicht direkt vergütet werden?

00:19:32: Ja, da bestehen auf jeden Fall viele Möglichkeiten.

00:19:35: jetzt hat aber jedes System natürlich seine Grenzen.

00:19:39: Was kann Agroforst eindeutig nicht leisten?

00:19:42: Ich würde sagen, was ist... Vielleicht würd ich es ein bisschen umformulieren.

00:19:46: Was sind auf jeden Fall Nachteile davon?

00:19:47: Definitiv erlebt das ja welche.

00:19:50: Die langfristige Festlegung ist auf jeden Fall nachteilig.

00:19:52: Ich bin natürlich in meiner Ausrichtung.

00:19:54: Ich kann die Fläche nicht mehr quer bewirtschaften und ich bin einfach festgelegt auf die Maschinen breiten.

00:20:00: Das ist so.

00:20:00: natürlich spielt es im Plan eine ganz große Rolle wie breite Maschine sind.

00:20:04: Es ist ein Vielfaches der Maschin dann auch angelegt wird die rein.

00:20:09: Aber trotzdem können sich Veränderungen ergeben in Jahrzehnten, ist ja klar.

00:20:14: Und diese Festlegung ist auf jeden Fall ein Nachteil genauso wie Nachteile sind dass wenn eben die Planung nicht die Pflege berücksichtigt das man sich übernimmt und man dann eigentlich ein System hat was man pflegen müsste und keine Zeit hat zu den entsprechenden Zeiten wo eigentlich Pflege stattfinden müsste und da nicht mehr hinterher kommt nicht so wächst, wie es wachsen sollte und damit die ganzen positiven Eigenschaften, die wir vorhin oder Stefan vorhin aufgeführt hat dann gar nicht so leisten kann weil sie gar nicht in den Richtungen kommen, weil sie verkümmern usw.

00:20:44: Das heißt nach... Es gibt definitiv Nachteile.

00:20:48: über eine gute Planung kam man die meisten Nachteilen ja ausmerzen aber eben nicht alle.

00:20:54: zum Beispiel die langfristige Festlegung die ist damit auf jeden Fall die System immanentes.

00:21:01: Ein sehr bekanntes Agroforstsystem sind ja auch die Systeme mit Pappeln, die ja zum Beispiel im Auslauf von Geflügelstellen gerne genutzt werden.

00:21:09: Mit welchem Kosten muss man hier ca.

00:21:12: pro Hektar rechnen?

00:21:15: Genau das hängt immer sehr davon ab wie groß der Gehölz-Flächenanteil ist.

00:21:19: auf also man kann jetzt nicht sagen Pro Hektare ist es da die pauschale Größe so und so.

00:21:24: Das hängt mal sehr davon aus wie breiter Streifen ist wie viele Gehölze auf einem Streifen.

00:21:29: Oder habe ich es eben kompakt gelagert bei einem Hühnerauslauf.

00:21:32: Wenn wir jetzt nur die Kosten betrachten mit Pflanzgut, Gehölzschutz, den man auf jeden Fall nicht vergessen sollte – das passiert uns immer wieder -, dass Betriebe dann selber anfangen und dann vergessen sie den richtigen Gehölzschutz oder haben eben dann den falschen.

00:21:48: Und ja, die Arbeitszeitkosten für die Pflanzung sind wir bei einem Pappelsystem Bei einem Pappelsystem, wo wir sagen okay, fünfzehn Prozent, ungefähr Holzfläche.

00:21:59: Dann bei tausend zweihundert bis zweitausend Euro pro Hektar Gesamtfläche.

00:22:03: das kann man so mal ganz ganz grobe Pauschale nehmen.

00:22:05: aber es ist wirklich so.

00:22:07: dass macht sehr viel Sinn sich das für den Betrieb immer ganz genau anzugucken weil die Kosten spannen einfach recht groß ... ist, nämlich kleines Pflanzgut.

00:22:16: Nämlich Großpflanz-Gut.

00:22:17: bei Kleinen muss ich draufsetzen... ... dass zum Beispiel kein Wild kommt und es verfängt.

00:22:20: Bei einem Großen kann ich einen Gehölschutz dran machen.

00:22:22: jetzt weiter Pappel konkret.

00:22:24: Und das sind viele Facetten die ein Einfluss darauf nehmen.

00:22:28: wie viel kostet mich das System?

00:22:31: Welche Vorteile hat denn so ein Pappelsystem?

00:22:33: Der Vorteil bei so einem Pappelsystem oder auch weiten Systemen, die einfach als Erstbesiedler Kulturen einfach sehr schnell wachsen bis da sich Ja, in der Regel zwei Jahre pflegen muss und dann läuft das System von alleine.

00:22:48: Dann ernte ich sozusagen alle acht bis zehn Jahre oder acht bis zwölf Jahre... ...in der Regel und dann wächst es wieder auf.

00:22:54: Das kommt von alleine wieder und da muss sich aber auch nicht mehr pflege.

00:22:57: Das ist natürlich sehr schön weil das in den landwirtschaftlichen Kontext sehr gut reinpasst und ich dann nicht groß mir Gedanken machen muss um Baumpflege

00:23:05: etc.,

00:23:05: Aber ich habe natürlich jetzt auch keine Erweiterung der Produktpalette zum Beispiel über Nüsse, wie wir das jetzt bei unserem Betrieb auch haben oder Beeren sondern dann ist eben die holzige Biomasse.

00:23:14: Das was im Prinzip wo dann der Fokus drauf liegt und wenn ich danach acht bis zwölf Jahren beispielsweise in diesem... in der Annahme mich befinde und dann ernte, dann kann ich es als Hackschnitzel verwerten oder was ja eigentlich besser ist das Holz nicht gleich zu verbrennen sondern erst mal stofflich zu verwerten.

00:23:32: auch da gibt's ein Projekt gerade was sich damit beschäftigt.

00:23:34: Was kann Pappelholz eigentlich außer direkt verbrannt werden beispielsweise im KVH also in verschiedene Holzprodukte umzuwandeln?

00:23:44: Und wenn wir die Nachbarländer schauen Italien

00:23:46: usw.,

00:23:47: die sind da wesentlich Ich sage mal in dem Sinne weiter, weil sie Pappelholz ganz anders nutzen.

00:23:51: Wo hier doch oft die Meinung vorherrscht Fichte und mehr geht nicht.

00:23:56: Aber das was wir erleben ist ein Fichtensterben und auch zunehmend andere Holzarten, die leiden unter den Klimawandel.

00:24:04: Das heißt, wir laufen auf eine Holzlücke zu, ganz klar!

00:24:07: Und diese Holzlücke bringt folgende Effekte mit sich.

00:24:11: Preis steigt es muss importiert werden,

00:24:13: d.h.,

00:24:14: die Nachfrage steigt.

00:24:15: Perspektivisch wird es eine größere Rolle spielen Und die Annahme ist schon ganz klar, dass wir weit in acht bis zehn Jahren auf jeden Fall weiter sind als das Holz immer nur ein Hackschnitzel für die thermische Verwertung zu verarbeiten.

00:24:29: Sondern es sind andere Dinge möglich und wenn wir jetzt nur auf der Ökonomie gucken dann hängt es natürlich davon ab habe ich eine eigene Heizung, die ich mit Hackschlüsseln betreiben kann?

00:24:37: oder wir haben auch einen Betrieb, der zum Beispiel ein Schwimmbad in der Nähe wo jetzt was gebaut werden soll.

00:24:42: So etwas ist spannend.

00:24:43: wenn ich jetzt aber hundert Kilometer weit fahren muss und das transportieren muss dann macht es wenig Sinn.

00:24:47: Das heißt die Transportwürdigkeit ist natürlich bei dem Produkt Holz spielt es eine große Rolle weil das auch ausschlaggebend ist.

00:24:54: wie viel bleibt am Ende hängen?

00:24:56: Das ist aber wirklich nur die Brille.

00:25:01: Also was ist das Zielprodukt, Holz?

00:25:03: Oder wenn man sieht mal Nüsse oder Stammholz.

00:25:07: Der größere Effekt und es ist mir ganz wichtig weil wir reden ja von Agroforstsystemen, dass wir systemisch drauf gucken.

00:25:14: Weil den größeren und auch schnelleren Effekt habe ich auf die umliegende Unterkulturen.

00:25:18: Das heißt die Hühner, die weiter in einen Auslauf gehen, die ein wenig aus sozialem Druck verspüren oder Stress verspüren weil sie eben Elemente haben auf der Fläche wo sie sich nicht immer sehen müssen die Krankheitsanfälligkeit zurückgeht, teilweise auch die Anzahl der gerissenen Hühner zurück geht.

00:25:35: Das ist nicht immer so.

00:25:36: aber das gibt viele positive Effekte und ich habe da keine Opportunitätskosten im Hühnerauslauf weil er ist ja sowieso da.

00:25:43: wenn ich zum Beispiel in den Naturlandbetrieb bin dann hab' ich ihn sowieso und die Bäume sind einfach nur ein Element was sich damit drauf setzt und es ist Win-Win.

00:25:52: Ja aber dieses win-win hat man ja im klassischen Ackerbau System nicht so einfach.

00:25:57: worauf kommt's denn da an?

00:25:59: Wenn ich das auf dem Acker mache, muss ich Opportunitäten rechnen.

00:26:02: Dann kommt es natürlich darauf an wie wenn ich da auf Zuckerrüben normalerweise anbaue dann ist es mit der Ökonomie schwierig.

00:26:09: allerdings ist es einfach so dass die Kulturen zwischen den Gehölzen einfach relativ schnell davon profitieren von den Gehölzen in denen der Wind reduziert wird und so weiter indem der Stress reduziert werden auch die Zuckerrübe beispielsweise gibt's auch spannende Erkenntnisse darüber auch davon profitiert.

00:26:29: Strukturen auf der Fläche sind, die da positiv wirken.

00:26:32: Und diese Effekte werden oftmals nicht direkt angeguckt, sondern man schaut immer schon klar, was kann ich am Ende verkaufen?

00:26:41: Aber bei einem Stammholz, das nach vierzig, fünfzig, sechzig, siebzig Jahren erst verkauft werden soll ist natürlich die Perspektive eine sehr langfristige.

00:26:49: aber vorher habe ich den Schatten-Effekt und wenn ich dann mit kalkuliere ob jetzt ein Rind die Energie in die Kühlung steckt oder die Energie in den Fleischansatz steckt oder die Kuh, in dem Milch.

00:27:00: Dann kann ich das relativ gut rechnen und komme dann schnell drauf, dass das ein Effekt ist der sich schneller auswirkt als der Verkauf von dem Holz.

00:27:10: also diese ganzen Umweltwirkungen drum herum.

00:27:13: Die spielen eine große Rolle.

00:27:14: wir sind auch daran zum Beispiel mit Trinkwasserversorgern zu gucken inwiefern können wir die positive Wirkung der Gehölze auf das Grundwasser oder aufs Trink Wasser das auch monetarisieren und sagen hey Die Landwirte leisten da was, was euch sozusagen zugutekommt.

00:27:30: Was sind denn Modelle wie die davon profitieren können?

00:27:32: Und ihr profitiert davon?

00:27:33: ist es trinkt Wasser nicht reinigen müsstest ihr eine Trinkwasser an Anreicherung habt.

00:27:37: also solche Modelle sind sind auf jeden Fall denkbar und er wird in der Zukunft noch einiges passieren.

00:27:44: Stefan du hast ja auch Streuobst und auch Schattenbäume für deine Hühner- und scharfe Gepflanzt.

00:27:53: Gibt es vielleicht auch eine Baumart, die du aus Erfahrung jetzt nicht mehr pflanzen würdest?

00:27:59: Also gepflanzt habe ich bei mir zu Hause eigentlich nur Bäume, die auch Lebensmittel abwerfen.

00:28:09: Sorge jetzt mal also nur hauptsächlich Fokus auf Nüsse, hauptsächlich Walnüsse zum Teil Haselnüsse und zum Teil auch ein bisschen Obst Äpfel, ein bisschen seltene Arten wie Speierling zum Beispiel.

00:28:32: Was bei mir zu Hause tatsächlich nicht so gut funktioniert sind Edelkastanien, Maroni.

00:28:43: liegt vermutlich hauptsächlich an dass wir im Kaltgebiet einen relativ hohen pH Wert haben was den Edel-Kastanien tendenziell aus der Literatur, zumindest liest man das nicht so gelegen kommt und das kann ich bis jetzt bestätigen.

00:29:00: Also meine Erfolgsrate ist sehr überschaubar und ich werde vermutlich in Zukunft auch wenn ich liebend gerne Edelkastanie selber hätte zuhause in Zukunft nicht mehr drauf setzen.

00:29:14: Insofern ... Ich denke mal kann die es nicht verallgemeinern was bei einem Betrieb funktioniert oder nicht funktioniert, aber auf meinem Standort haben sie Edelkastanien als nicht optimal herausgestellt.

00:29:27: Man muss dazusagen dass es auch in unserer Region Edel-Kastanie nicht sind was häufig oder was man generell findet.

00:29:37: Insofern hat das vermutlich seinen Grund.

00:29:41: Wie sieht es da grundsätzlich, Christoph mit den Arten aus?

00:29:44: Also gibt's da Arten natürlich Standortbedingt von denen du eher abraten würdest.

00:29:51: Genau also was die Arten betrifft sind immer der Zielstellung untergeordnet.

00:29:55: das heißt wir fangen echt nie an und sagen okay der Betrieb möchte jetzt Pappeln sondern es geht immer darum was möchte der Betrieb erreichen?

00:30:00: und dann guckt man in den weiteren Schritten was ist denn die Art?

00:30:03: und dann im weiteren Schritt was ist die Sorte?

00:30:06: sozusagen dass ist die Abstufung.

00:30:08: Wir müssen allein was das Förderrecht betrifft darauf achten, weil es sind manche Arten ausgeschlossen.

00:30:13: Die dürfen wir nicht pflanzen, Robinie beispielsweise oder auch die nicht sterile Paulownia Blauglockenbaum.

00:30:20: Die darf man nicht pflanzen, weil sie als potenziell invasiv gelten.

00:30:22: Das hat der Naturschutz durchgesetzt dass sie nicht gefördert werden.

00:30:26: Ansonsten ist die Palette ja relativ breit.

00:30:29: Was wir nicht machen in der Regel nicht?

00:30:31: Wir haben ein paar Spezialisten im Team, die absolut fable für super selten und Baumkulturen haben, die hier bei uns im System dann alles möglich auch pflanzen.

00:30:42: Das heißt wir haben jetzt Nadelbäume mit drin, eine spezielle Form der Kiefer aber normalerweise pflanzen wir auch keine Nadel Bäume.

00:30:49: also wenn wir auf die Gehölze schauen, dann begrenzt sich das zu.

00:30:59: Wobei noch dazu kommt, es sind nicht nur Bäume sondern natürlich Gehölze Beinhalten auch Sträucher.

00:31:05: Das heißt wir haben bei uns auch relativ viele Sträuchern im System und da kommen auch so Kulturen vor wie Feige, Kornelkirsche und solche Kulturen die bisher also die tatsächlich auf Früchte abwerfen, die aus Osteuropa oder in Osteuropa weitergezüchtet wurden als wir hier ... in Westeuropa die Kulturen eigentlich eher vergessen hatten, ... ... die kommen jetzt wieder weil sie super robust sind.

00:31:26: Wenig Pflege bedürfen und total spannende Produkte ... ... damit erzeugt werden können.

00:31:30: Das heißt da ist auch immer noch so ein bisschen ... ... Innovationspotenzial dar.

00:31:34: oder auch Maulbeere beispielsweise... ...die schmeckt super lecker und die kommt bei uns sehr gut an.

00:31:38: Die kennt man aber kaum!

00:31:40: Und das ist jetzt gerade befinden wir uns doch so in dem Stadion wo Betriebe, ... ....die jetzt anfangen immer noch als Pioniere gelten.

00:31:45: vor allem wenn Sie dann irgendwelche besonderen Kulturen haben und sich dann natürlich in der Direktvermarktung geht es sich besonders an da einfach einen Alleinstellungsmerkmal mit aufbauen können.

00:31:56: Wir hatten ja jetzt auch schon verschiedene Aspekte angedeutet, wie verändert sich denn der Boden langfristig?

00:32:02: Du meintest jetzt auch dass die Wurzeln im Prinzip der Gehölze quasi auch Wasser für die Kulturen zur Verfügung stellen können also quasi speichern.

00:32:12: aber was passiert da noch

00:32:14: Genau, so Stefan hat ja vorhin schon den Humus erwähnt.

00:32:17: Das ist ein ganz wichtiges Element weil die Blätter fallen zu Boden geben Nährstoffe an den Oberboden wieder ab.

00:32:23: Die Nährstoffe kommen aber auch aus dem Oberboden Aber die Baumwurzeln wuchern wesentlich tiefer das heißt es kommt auf von tieferen Schichten.

00:32:30: Das ist einen ganz großen Effekt.

00:32:31: natürlich die Regenwurm-Aktivität geht massiv hoch Vor allem eben weil der Gehölzstreifen nicht mehr bewirtschaftet wird oder nur noch gemulcht und gemäht wird wie auch immer Offengehalten wird nur um die Bäume direkt herum oder bei einem Pappelweitenstreifen zwei Jahre lang und dann passiert da nicht mehr viel.

00:32:50: Und das ist eigentlich so der größte Effekt, dass dieser Streifen einfach unbewirtschaftet bleibt.

00:32:55: Die Gehölze wachsen erzeugen eine gewisse Aktivität im Boden vor allem wenn man es auch zurückschneidet werden Feinwurzeln abgestoßen, füttern des Bodenleben und damit da passiert richtig richtig viel.

00:33:04: Es gibt ein Citizen Science Projekt d.h.

00:33:06: Agroforstmonitoring was sich damit auseinandersetzt oder die Laden auch Leute ein, die sich damit Auseinandersetzen.

00:33:13: Was ich da eigentlich so tut ist es super spannend.

00:33:15: auf verschiedenen Betrieben passiert das und bietet auch eine Möglichkeit.

00:33:19: also ich weiß nicht wer jetzt hier alles zuhört aber wenn man sich damit auseinander setzen möchte Was in Agroforstsystem passiert, kann man durchaus mal nach Agroforstmonitoring googlen.

00:33:28: Es gibt ganz Deutschland Betriebe die sowas anbieten und dann kann man das sagen auch live erfahren und selber feststellen wenn man T-Beutel vergräbt wie schnell zersetzt er sich beispielsweise und da kann man eben feststellen dass da ganz schön viel los ist.

00:33:41: Stefan hast du selbst auch schon solche Tests durchgeführt oder?

00:33:46: Wie sind deine Erfahrungen?

00:33:49: Keine Tee Beutel vergraben.

00:33:52: Grundsätzlich Man stellt automatisch Veränderungen fest.

00:33:58: Das ist ganz automatisch so, mit der Zeit wenn sie die Gehölze entwickeln und immer größer werden verändert sich im System sehr viel.

00:34:09: also der gesamte Beikraut bewuchs ändert sich mit der zeit weil sich die Boden- und Lichtverhältnisse verändern.

00:34:23: Ich denke jeder, der mit Begeisterung ein Agroforstsystem pflanzt wird es auch beobachten und wird feststellen dass sie da ganz viel verändert mit der Zeit.

00:34:38: Vor allem auch hinsichtlich Flora und Fauna.

00:34:43: Wann hast du dann das erste Mal also wann hast du so die ersten Effekte gemerkt?

00:34:47: weil du jetzt von paar Jahren gesprochen hast?

00:34:50: Ab wann ist das ungefähr?

00:34:52: Das kommt natürlich ganz darauf an, welchen Aspekt man betrachtet.

00:34:57: Ich würde mal sagen es dauert ein paar Jahre bis die Pflanzen wirklich angekommen sind und richtig sich entwickelt haben aber noch einen so ungefähr drei bis fünf Jahren merkt man auf jeden Fall Veränderungen.

00:35:14: aus meiner persönlichen Erfahrung ja

00:35:16: Die erste Erfahrung, die ich gerne hier noch mit eingeben kann ist die positive Außenwahrnehmung von den Menschen, die die Fläche sehen.

00:35:26: Also neben dieser ganzen ökologischen Geschichte ist diese Außen-Wahrnehnung das was direkt passiert wenn gepflanzt wird auf dem Ackerform und wenn es nicht unbedingt eine Streuobstwiese ist.

00:35:37: das erzeugt weniger Aufmerksamkeit.

00:35:39: aber da ist die Lokalpresse So die Aufmerksamkeit, das ist als allererstes da bevor irgendwie was Ökologisches auf der Fläche passiert.

00:35:46: So unsere Wahrnehmung bisher immer gewesen.

00:35:49: Stefan willst du noch betrieben etwas mitgeben?

00:35:52: Die in der Richtung jetzt eher bei sechzig Prozent sind und sagen sie würden sich über das Thema Agroforstsystem gerne mal näher informieren und vielleicht auch in die Planung gehen.

00:36:04: Also grundsätzlich, wenn man schon soweit ist und man sagt, man möchte gerne in die Planung gehen dann ist man schon grundsätzlich sehr weit.

00:36:10: Und ich kann nur jedem Empfehlen ausprobieren!

00:36:15: Es muss nicht gleich auf fünfzig Hektar Schlag voll gepflanzt werden.

00:36:22: Ich denke klein anfangen Erfahrungen sammeln und es... Aus meiner Erfahrung das macht Spaß Und kann ich nur weiter empfehlen.

00:36:34: Danke dir, Stefan!

00:36:35: Ich finde das waren doch gute Abschlussworte und auch ein guter Appell sich einfach mal an dieses Thema langsam dran zu trauen und auch im kleinen Stil schon einmal was auszuprobieren.

00:36:43: Jetzt wurde ja von Naturland auch einen Leitfadenagroforst erstellt.

00:36:47: Da warst du, Stefan, ja auch im Team.

00:36:50: Kannst du vielleicht noch mal erklären, was in dem Leitfahrten alles drinsteht?

00:36:54: Ja genau Wir haben einen kurzen Leitfahren mit die wichtigsten Informationen zur Agroforst zusammengestellt, wo man viele Links zu weiterführenden Dokumenten und Informationsquellen findet.

00:37:07: Zum Beispiel den ganzen Infobroschieren des DFAP, des Deutschen Fachverbandes für Agroforst und zum Beispiel auch der Baumlandkampagne die eine super Förderübersicht über verschiedene Fördermöglichkeiten in den Bundesländern zu agroforsten haben.

00:37:28: Intensiver mit der Materie auseinandersetzen wollen, ist das sicher ein guter Fundus und Ausgangspunkt.

00:37:36: Ihr findet auch wie immer alle Informationen die wir hier jetzt angesprochen haben – auch in den Show-Notes.

00:37:41: also der Link zu dem Leitfaden, der Link zum einem Video, das auch schon getreten wurde, passend zum Thema Agroforst.

00:37:50: Schaut euch da gerne mal genauere Unterlagen an!

00:37:53: Ansonsten danke Christoph, danke Stefan

00:37:56: Danke auch

00:37:58: Danke, hat Spaß gemacht.

00:38:01: Tschüss!

00:38:23: Vermarktungsvorteile und das große Netzwerk aus Beraterinnen und Berater sind zwei Gründe, warum sich eine Mitgliedschaft für dich auszahlen kann.

00:38:31: Hol dir jetzt unser kostenloses und unverbindliches Infopaket!

00:38:35: Klicke einfach auf den Link in den Show Notes, trage kurz deine Daten ein und wir senden dir das Paket in den nächsten Tagen zu.

00:38:42: Bis zum nächsten Mal

00:38:43: – Wir

00:38:44: freuen uns wenn du wieder dabei bist Und denkt immer daran?

00:38:47: Gut beraten mit Naturland.

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