#40 Bio-Milchmarkt: Weniger Milch, höhere Preise?

Shownotes

In dieser Folge von WIR BIO-BAUERN spricht Celine Grau mit Naturland Milchmarktexperte Stephan Scholz über die aktuelle Lage am Bio-Milchmarkt und den Ausblick auf die kommenden Monate.

Die Milchanlieferung geht in ersten Regionen zurück.Gleichzeitig entwickelt sich die Nachfrage nach Bio-Milchprodukten insgesamt leicht positiv – allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Produktgruppen. Was bedeutet diese Marktlage für die Erzeugerpreise?

Darum geht’s in dieser Folge:

• wie sich die Bio-Milchpreise aktuell entwickeln,

• welche Bio-Milchprodukte aktuell stärker und welche schwächer nachgefragt werden,

• welche Rolle der Naturland Orientierungspreis Milch spielt,

• warum trotz des Preisabstands zur konventionellen Milch nur wenige Betriebe auf Bio umstellen

• und wie Stephan die Entwicklung des Bio-Milchmarktes in den kommenden Monaten einschätzt.

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Wir werden mit Sicherheit die restlichen Monate unter den Vorjahreskurven liegen.

Das war Stephan Scholz, unser Milchmarktexperte.

Wir sprechen zum einen über die Anlieferungsmenge und die Preisentwicklung – aber natürlich auch den Orientierungspreis Milch.

Los geht's nach dem Intro!

Egal ob es um Rinder, Schweine oder Geflügelhaltung.

Den Ackerbau oder Grünland geht!

Wir liefern dir praxisnah Tipps und Impulse die dir helfen können deinen Biobetrieb erfolgreicher und effizienter zu gestalten.

Als Beratung für Naturland begleiten wir dich auf diesem Weg.

Also packen wir's an.

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Wir Bio Bauern.

Ich bin Celine Grau, der Host des Podcasts und spreche für das heutige Thema Milchmarkt Kompakt wieder mit Stefan Scholz unseren Experten für den Milchmarkt und alles was die Milch angeht.

Hi Stephan!

Hallo

Celine, grüße dich.

Also was glaube ich uns alle diesen Sommer am stärksten beschäftigt hat ist wirklich die Dürre einfach die langanhaltende Regenpause.

das hat viele Betriebe vor große Herausforderungen gesetzt vor allen Dingen teilen Deutschlands natürlich aber in Österreich.

zahlreiche betriebe haben jetzt auch schon angekündigt oder sind schon dabei ihr den viel Bestand abzustocken.

das heißt da es macht sich schon bemerkbar dass die Milchmenge zurückgeht Aber wie ist da der Ausblick?

Also gibt es da noch weitere Rückgänge?

oder wie viel fehlt auch jetzt schon.

Ja, es ist sehr differenziert.

Man muss die Frage wirklich differenzieren beantworten.

Wir haben Teile Deutschlands Da gibt's überhaupt keine Probleme und in anderen Teilen ist es stärker.

Und wie du es auch gerade angesprochen hast In Österreich ist es zum großen Teil sehr extrem.

Dort kann man es auch schon wirklich richtig ablesen von den Mengenanlieferungen an die Molkereien.

Im Juli lag die Anlieferungskurve das erste Mal unter dem Vorjahresniveau und da hatten wir noch ein paar Prozent in Deutschland drüber, aber auch in Österreich ist es so dass einige Bundesländer nicht so stark betroffen sind, die südlichen Regionen im Salzburger Land nicht.

Auch in Tirol ist es nicht so extrem ausgefallen und auch in Teilen kannten sie nicht.

also Es ist immer differenziert anzuschauen und in Deutschland ist halt hauptsächlich der Süden betroffen Bayern und Baden-Württemberg Und auch Teile von Hessen und am Rest der Republik ist es eigentlich relativ ruhig.

und trotzdem sind auch in Deutschland, also erwarten wir jetzt im August dass das in meisten Molkereien die Anlieferungen ungefähr auf dem Vorjahresniveau liegen werden.

Es gibt neben der Dürre halt noch zwei andere Faktoren, die damit reinspielen.

Das ist einmal dieser Saisonalität diese Verschobene von der Blauzungenkrankheit da hatten wir es letzte Mal auch schon drüber gesprochen Die greift jetzt, im August-September gehen die Kurven immer ein bisschen stärker runter und dann haben wir auch noch den Einfluss von diesem Shamonda-Virus.

Und da kommen drei Faktoren zusammen und deswegen ist es schwer einzuschätzen wie es weitergeht aber wir werden mit Sicherheit die restlichen Monate unter dem Vorjahrskurven liegen.

Da gehe ich voraus.

Also das heißt Biomilch wird knapp.

kurz gesagt!

Kannst du das auch noch genauer sagen, um wie viel Prozent die Milch wirklich knapper wird?

Weil mir zum Beispiel die Salzburg-Milch hat im Gespräch mit unserem Kollegen Roman Goldberger gesagt dass sie in deren Gebiet von einem Rückgang von drei bis fünf Prozent der Milchmenge ausgehen.

Ja ich finde es wirklich schwierig dann... Prognose abzugeben, weil wir nicht genau wissen wie die Bauern wirklich reagieren.

Kaufen sie Futter zu?

Gibt es noch mal einen letzten guten Schnitt oder zwei vielleicht sogar in einigen Regionen?

Wie groß ist die Futterknappheit?

In der Summe wirklich!

Es gibt einzelne extrem stark betroffene Betriebe das hören wir

ja

aber von denen die netzstark betroffen sind oder bei denen das einigermaßen akzeptabel läuft wissen wir gar nicht wie Sie reagieren.

verkaufen sich Tiere?

In der Regel verkaufen sie dann aber kein Milchvieh, sondern sie verkaufen Jungtiere um sich da ein bisschen rüber zu retten.

Also ich finde es schwierig sein zu schätzen.

klar ist aber das auf jeden Fall die Biomilch etwas früher als erwartet knapp werden wird.

bis zum Ende des Jahres erwarte ich auf jeden fall eine Knappheit

Was ja auch Dahin ein Marktmechanismus einfach ist, wenn das Angebot knapp her wird und gleichzeitig wie wir ja jetzt wissen auch die Nachfrage aber wieder steigt.

Sorgt ihr eigentlich dafür dass der Preis wieder angepasst wird oder steigt?

Ist es denn jetzt schon der Fall?

also bei einzelnen Molkereien habe ich's mitbekommen Aber zieht sich das so durch?

siehst du da eine Tendenz?

Ja, bei den letzten kompletten Angaben von jetzt Juli-August, fehlen mir noch einige Molkereien.

In Österreich weiß ich die Preise sogar schon vom September.

Also in Österreich ziehen jetzt gerade die Preisen an August-September.

In Deutschland weiß ich von einigen Molkereien, die haben angekündigt auch im September dem Preis hochzusetzen.

der ist aber in Deutschland wird er immer etwas später veröffentlicht oder von den Genossenschaften zum Teil monatlich verhandelt.

Da war im August das jetzt noch nicht spürbar, aber ich gehe davon aus dass wir auch im September eine leichte Preiseumkehr haben.

und entscheidend ist dann am Ende natürlich die nächste Preisrunde.

mit dem Handel und dem Handel wurde es von uns auch mitgeteilt, dass die Biomilch knapp wird eigentlich deutlich höhere Preise brauchen, weil die Bauern mehr Geld ausgeben müssen als sonst.

Die Dieselpreise sind weiterhin hoch und auch das Kraftfutter wird teurer werden.

Das Kraftfutter wird deutlich teurer für alle tierhaltenden Betriebe, in der ganzen Republik, in ganz Europa weniger Körnermais geerntet wurde.

Und Körnermais ist ein Energie-Träger im Kraftfutter und der wird teuer

werden.".

Ja genau also dazu schauen wir uns ja auch gleich noch den Orientierungspreis bzw. dann eben den Biomilchmarker Index noch an.

jetzt noch ganz kurz wie hoch wird der Preis?

Also was haben da die Molkereien so angegeben?

Was ist das zu erwarten jetzt erstmal in der näheren

Zukunft?".

Ja, also Molkereien machen in der Regel keine Riesensprünge.

Wir liegen jetzt im August wahrscheinlich so bei 64,5 Cent netto in Deutschland.

In Österreich übrigens zehn Cent drunter.

Die Naturland Molkereien in Österreich zahlen im Schnitt 60 Cent aus.

Also die sind so in dem Preis-Niveau, wie in Deutschland die Molkereien mit den schlechtesten Auszahlungspreisen.

Das hat einfach mit den verschiedenen Märkten zu tun und ich gehe davon aus das was wir in Österreich gesehen haben jetzt ein bis zwei Cent.

Preisanhebungen wird drin sein vielleicht auch in zwei Schritten.

Die Molkereien sagen dazu natürlich jetzt noch nichts, weil das mit den Bauern verhandelt wird.

Also es ist nur signalisiert worden die Preise werden etwas steigen.

Du hast es ja auch gerade schon angesprochen dass insgesamt auch die Erzeugungskosten einfach steigen.

also eben Kraftfutter Diesel alles ist teurer oder wird auch noch teurer.

und jetzt wurde ja mal der Orientierungspreis Milch auf siebzig Cent festgelegt im Vergleich dazu der wird ja anders berechnet, wie du es mir erklärt hast.

Aber der Bio-Milchmarker-Index lag 2025 schon bei 74 Cent.

Und damals war der Milchpreis laut deren Berechnungen eben bei mehr als 61,49 Cent.

Das heißt wir haben 83 Prozent Kostendeckung.

und da natürlich die Frage reichen die siebzig Cent dann gedanklich noch oder müssen wir dann eher schon auf 75 bis 80 Cent hoch?

Also ja, die letzte Berechnung von unserem Orientierungspreis war ja im Anfang des Jahres mit eben diesen gesagten 70 Cent.

Und ich glaube dass sie bis jetzt auch einigermaßen gestimmt haben in der Berechnungen und wir können natürlich immer nur retrospektiv das anschauen.

Und wenn die nächste Berechnung zum Jahreswechsel gemacht wird, gehe ich schon davon aus dass wir vielleicht etwas höher liegen werden.

Aber ich glaube nicht, dass wir auf die 75 Cent kommen bei unseren Berechnungsmodus der ja auch transparent ist und wo wir alle wissen wie er entsteht.

Beim Milchmarkerindex weiß ich das nicht.

Ich habe mit unseren Leuten von der Fachberatung darüber gesprochen und die haben gesagt, sie können sich auch nicht erklären wie die 74 Cent zustande kommen.

Weil wir hatten in den letzten zwei Jahren seitdem wir den Orientierungspreis berechnen war unsere Preisberechnungen immer identisch mit dem also nette Berechnung sondern das Ergebnis war identisch mit dem Milchmarkerindex und auf einmal lagen sie vier Cent drüber und es hat keiner verstanden.

Also ich glaube Wir müssen uns im Januar das anschauen, wo der Orientierungspreis dann liegt.

Vielleicht treffen wir uns ja dann wieder und dann ist er auch bekannt.

Und dann können wir es auch wieder anschauen wie weit wir von dem realen Preis dann eben weg sind.

also um fünfundsiebzig oder was du hast gesagt achtzig Cent.

Das wird mit Sicherheit nicht sein Weil die einzelnen Faktoren, die da mit reinfließen, die jetzt teurer werden – wir haben es eben schon diskutiert.

Kraftfutter anteilig zu mindestens auf der Energieseite und der Diesel.

Diesel ist aber in den letzten Monaten schon relativ hoch gewesen und war auch Anfang des Jahres ja sehr hoch als die letzte Berechnung waren.

Da haben wir ja auch Schwankungen gehabt.

Wir hatten jetzt zwischenzeitlich niedrigere Dieselpreise wegen dem Steuerwegfall, aber Anfang des Jahres, als wir gerechnet hatten, waren er ja auch über zwei Euro gelegen?

Ja tendenziell wird es halt eher so bleiben oder noch teurer werden.

Man hat's ja jetzt gemerkt.

Jetzt ist er ja nochmal hochgegangen und wenn man in die Welt schaut was da jetzt los ist... Ja, aber wenn ihr den im Januar dann wird er quasi nochmal auf die aktuellen Kosten wieder neu berechnet.

Dann sollte man einfach wieder drauf schauen und der Orientierungspreis ist ja immer wichtig das auch noch mal zu sagen an dieser Stelle.

es is eine Orientierung Es ist nicht die Realität auf jedem Betrieb Die kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Der tatsächliche Preis von einem einzelnen Betrieb, den er bräuchte um seine Kosten zu decken und was letztendlich die Preisvorgabe ist für die Molkereien ist, was mit den Handelshäusern verhandelt werden kann.

Und da ist diese Situation im Moment gut für höhere Preise weil das auch schon beim Handel angekommen ist dass die Biomilch knapp wird.

Die Nachfrage haben wir jetzt gesagt, die steigt gerade wieder.

Jetzt ist natürlich für mich die Frage wie nachhaltig ist das?

Also ist es wirklich etwas was so bleibt weil wenn ich jetzt zum Beispiel Preise im Discount zb beim Aldi ist die höherpreisige Bio Vollmilch bei 1,45 Euro und die konventionelle Vollmilchs bei 95 Cent.

So und jetzt denke ich mir halt okay da ist ja schon ein großer Abstand mittlerweile zahlreiche Käuferinnen und Käufern, die da überzeugt sind.

Und trotzdem zu Biomilchgreifen?

Aber für mich ist schon die Frage ab welcher Spanne springen die Verbraucherinnen und Verbrauchern dann doch wieder zur konventionellen Milch.

also da müsste ja irgendwie die im Verkaufspreis quasi da der Unterschied auch irgendwie angepasst werden.

oder wie siehst du das?

Ja, also du hast jetzt die Milch als Beispiel rausgepickt.

Die Trinkmilch oder die Frischmilch und das ist tatsächlich ein Produkt was auch bei den Nachfrageentwicklungen fürs erste Halbjahr XXVI auch denn die stärksten Einbußen hat.

Da lagen wir über minus zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Also da ist die Reaktion ablesbar von den Verbrauchern und trotzdem haben mir die Händler gesagt, dass sie erstaunt sind.

Dass die Nachfrage insgesamt sehr stabil ist.

also dann nach anderen Produkten einfach oder?

Genau es gibt andere Produkte, die sind ganz anders unterwegs.

Ich habe es mir jetzt gerade nochmal für das Gespräch für uns heute noch mal rausgeschrieben weil ich nicht immer jede Zahl im Kopf hab.

Wir haben zum Beispiel seit anderthalb zwei Jahren eigentlich diesen Run auf die Eiweißprodukte, Quarks, Skyr oder auch Milchgetränke und da liegen wir bei Nachfragesteigerung gegenüber dem Vorjahr über dreißig Prozent.

Das heißt im Gesamtmarkt gleicht sich das aus.

Also wir haben zwei Produkte, die schlecht laufen im Moment oder im ersten halben Jahr schlecht gelaufen sind.

Das war die Frischmilch und Joghurt.

erstaunlicherweise versteht man auch nicht so genau aber vielleicht sind da die Preisabstände auch relativ hoch.

Und wir haben auf der anderen Seite diese Eiweißprodukte und Milchgetränke, die superlaufen und wir haben dazwischen alles andere.

Die Haarmilch hat ein normales Wachstum Der Käse als Gesamtsortiment Rahmenerzeugnisse und auch die Butter hat im ersten halben Jahr ein Plus von drei Prozent gehabt.

Da wäre es halt spannend zu wissen, also das habe ich jetzt für die Folge nicht recherchiert.

aber ist bei Skyr zum Beispiel oder bei Quark ist da der Preisabstand dann geringer?

Also oder liegt es wirklich an der Überzeugung?

Ich glaube, dass es da eher mit Überzeugung oder einfach mit Trend zu tun hat.

Die Produkte sind gefragt und die werden jetzt einfach mehr gekauft.

Milch ist ja immer so ein Wackelprodukt auch, weil sie dann eben ineinander stehen – die beiden Produkte.

Da hat der Discount oder der Händler in dem Moment eine totale Macht zu entscheiden.

wie positioniere ich das?

Und wird das dadurch natürlich beeinflusst?

Wenn man jetzt diese Gesamtnachfrage eben anschaut, muss man sagen unter dem Strich haben wir nach wie vor ein leichtes Plus.

Ist es aber natürlich auf der Molkerei-Ebene?

das muss man auch immer noch beleuchten finde ich?

Wir haben Molkereien die unterschiedliche Produktsortimente auf den Markt bringen und wenn jetzt eine Molkerei zum Beispiel ist, nehmen wir mal... Wir hätten jetzt ne Molkerei Die macht sehr viel Milch Frischmilch Und vielleicht auch noch Joghurt Und beide Produkte haben einen schlechten Lauf, dann ist natürlich die Molkerei in einer schwierigen Situation Preise zu erhöhen.

Da sehen wir auch bei einzelnen Molkereien, die so in dem Fahrwasser unterwegs waren.

Die haben ihre Preise stärker abgesenkt als andere, die vielleicht nur Käse machen oder eben auch viel von diesen Eiweißprodukten.

Oder die halt einfach irgendwie breiter aufgestellt sind wahrscheinlich?

Genau,

die ganz breit aufgestellt sind.

Die haben immer den Ausgleich sozusagen im Haus.

Das ist gut aber es ist nicht jede Molkerei so breitaufgestellt.

Nee klar jetzt könnte man sagen hey der Bio-Preis steigt er jetzt wieder und im Vergleich dazu ist der konventionelle Preis ja viel extremer gesunken.

also da ist jetzt der Abstand wieder um die.

Und dann könnte man ja denken, okay jetzt kriegen wir voll den Run auch mit Umstellern.

Dass jetzt voll viele auf Bio umstellen wollen aber das ist ja aktuell nicht der Fall.

Kannst du dir ein bisschen erklären warum?

Ja man müsste das meinen dass es so ist.

Das hatten wir in der Vergangenheit auch immer.

Ich glaube wir haben in der letzten Folge auch schon darüber gesprochen gehabt weil da hatten wir die Situation auch schon... Es hat sich relativ wenig getan.

also die Zurückhaltung zur Umstellung ist nach wie vor vorhanden.

Es sind schon ein paar Umsteller jetzt unterwegs und die brauchen wir auch dringend.

Erklären kann es mir nur bedingt, es gibt einen Hinweis, weil das ja zum Teil von Betrieben auch genannt wird.

dann, die sagen sie haben schon bisschen Angst davor, die Weiderichtlinie... Da tun sie sich eh schwer, die umzusetzen und an diesem Beispiel das macht ihnen so ein bisschen Angst dass vielleicht dann andere Regelungen auch nochmal draufgesetzt werden.

Und dass sie die dann irgendwann nicht mehr erfüllen können.

Dann müssen Sie wieder zurück umstellen.

Das sind sicherlich Gedankengänge bei konventionellen Betrieben, die man nachvollziehen kann.

trotzdem du hast vorhin den Milchmarkerindex genannt.

Der wird ja auch konventionell berechnet.

und da ist die Situation im Moment oder wenn wir die letzten eineinhalb Jahre mal ausklammern, wo es gut war für die konventionellen Betriebe.

Wo sie mal ganz knapp an der Kostendeckung dran waren laut dem Milchmarkerindex.

Den berechnen wir ja nicht den Konventionellen.

deswegen kann ich dazu wenig sagen.

aber wenn man die beiden wahrscheinlich vom methodischen Ansatz gleichberechneten Preise anschaut muss man sagen über einen langen Zeitraum hingesehen und im Moment sowieso fährt man Öko besser.

Deswegen ist es schwer nachzuvollziehen, auf der anderen Seite ist mir die Situation eigentlich so lieber wir haben ein knappes Angebot weil das die Preise auf jeden Fall stabilisiert und eher nach oben ziehen lässt als wenn wir jetzt einen wahnsinnigen Run hätten und dann jetzt schon wüssten dass in anderthalb Jahren wenn dann alle kommen und der Umstellung fertig sind, dass wir dann wieder ein Überangebot haben.

Und es reichen ja ein paar Prozent über Angebot damit die Preise dann wieder fallen.

Und das ist eine Situation da ist mir die jetzige eigentlich lieber.

Also gar nicht so viel Werbung machen und Umsteller werben, sodass man das so ein bisschen einpendeln kann.

oder in Maßen?

In Maßen genau!

Wie

sonst auch immer im Leben, das ist immer gut wenn man in Maßen unterwegs ist.

Ja klar, wenn es einfach irgendwie kontrollierbarer ist ja das sehr verständlich.

dann kommen wir auch schon zum Ausblick.

meiner Meinung nach also wirklich langfristig das natürlich auch nochmal spannend zu schauen.

okay wie geht's in den nächsten Monaten weiter?

und vielleicht auch siebenundzwanzig so wie man halt ein bisschen Der Blick in die Glaskugel, ich weiß es letztes Mal.

Ich hab gesagt der fällt schwer aber ist natürlich trotzdem interessant.

also wie geht's weiter mit dem Biomilchmarkt?

Mit den Preisen?

was sollten die Betriebe jetzt besonders irgendwie auch im Blick behalten?

Ja vielleicht nochmal den Blick zurück.

du hattest mich von einem halben Jahr gefragt nach der Glaskogel und wir hatten uns dann auf Szenarien verständigt.

wenn man das noch mal anschaut ich meine mich erinnern zu können dass wir eher in dem Positiv-Szenario jetzt unterwegs sind im Vergleich zu dem, was wir als Worst Case sozusagen hatten.

Also der Worst case war vor einem halben Jahr.

die Biomilchpreise rutschen unter sechzig Cent und wir sind bei vierundsechzig komma fünf und im Jahreschnitt bei fünfundsechzig also für den ersten acht Monaten.

das ist aus meiner Sicht eine gute Ausgangssituation.

und jetzt in die Zukunft gerichtet.

Wünschen würde ich mir natürlich, dass wir in Richtung Siebzig Cent wandern und ich glaube auch das es passieren wird – Ich weiß nur nicht wie hoch!

Also ich kann mir schon vorstellen, dass wieder die sieben, sechzig, achten Sechzig Cent erreichen können von der Markt-Situation her.

auf jeden Fall ist es drin?

Bis Ende des Jahres quasi oder...?

Bis zum Ende des Jahres... und dann auch ins neue Jahr rein.

Und das wäre eine sehr gute Ausgangsposition, wenn wir jetzt auch wieder den Orientierungspreis uns hernehmen selbst wenn der vielleicht nicht mehr bei siebzig sondern bei zweiundsiebzig Cent ist und wir haben dann achtundsechzig, dann wären wir schon relativ nah wieder dran.

Das wäre mein Wunsch.

ob es so kommt weiß ich nicht und auch da wieder.

Es hatten das letzte Mal ja auch diskutiert.

Es hängt wahnsinnig stark von dem konventionellen Preis geschehen ab.

Du hast eben das Beispiel mit der Frischmilch genannt.

Steigen die Verbraucherpreise für die konventionellen Produkte im Laden etwas an, dann ist auch wieder der Spielraum für Preisanhebungen für die Bioprodukte da.

Wenn es nicht der Fall ist, dann wird's schwierig.

aber da sehe ich es eigentlich genauso wie im Bio-Bereich.

Auch die konventionellen Betriebe leiden unter der Dürre dort wo es durch war.

Die Betriebe sind genauso betroffen.

Sie haben vielleicht ein bisschen mehr Ausgleichsmechanismen, aber unter dem Strich geht ja auch die konventionelle Milchanlieferung zurück genau so wie im Biobereich.

Auch die Betriebe haben diese Saisonalität.

Und auch die konventionellen Betriebe haben den Shamonda-Virus, ich habe kürzlich im Bayerischen Fernsehen in dieser Woche einen Beitrag gesehen, wo ein Betrieb davon berichtet hatte dass er über eine Woche lang Milcheinbußen hatte von über fünfzig Prozent weil er das Shamonda-Virus im Stall hatte und danach eingeregelt.

du hast gerade fragen wie war das?

Genau es ist ja was.

was dann Vor allem im Sommer, also wenn die Knitzen halt aktiv sind.

Wahrscheinlich immer wieder... Das kann ja auch nächstes Jahr wieder zu Einbrüchen führen aber ist ja nichts was jetzt langfristig für ein Rückgang sorgt sondern das ist halt immer so mal ein paar Wochen quasi.

Ja es ist eine Wellenbewegung.

Es hält nicht so lange an wie bei der Blauzungenerkrankung und bislang sind auch sowas wie Aborte und Verwerfungen noch nicht bekannt Aber das weiß noch niemand.

Also das ist ne Black Box.

Fakt ist, das war die Originalzeit von dem Landwirt der gesagt hat.

Die Kühe sind jetzt wieder gut unterwegs aber sie erreichen ihre Milchleistung, die Sie vor der Erkrankung hatten immer.

Also dass es doch langfristig eine Wirkung haben kann?

Es hat schon auch eine langfristige Auswirkungen.

Es ist nicht jeder Betrieb davon betroffen.

Auch da sind verschiedene Regionen wo's stärker ist Und die höher leistenden Betriebe sind wahrscheinlich stärker betroffen als die mittleren Leistungsniveau.

Deswegen wird es vielleicht bei den Biobetrieben nicht so eine starke Auswirkung haben, also das ist aber relativ unbekannt weil es eben ja quasi ein neuer Virus Typ ist mit dem die Erfahrungen einfach noch nicht da sind und er kann nächstes Jahr auch wiederkommen Ohne Frage.

Genau, da muss man dann nochmal den weiteren Verlauf schauen und bei Bedarf können wir ja auch hier im Form vom Podcast irgendwie auch noch mal ausführlicher drüber sprechen wenn es da nach weiterer Neuigkeiten gibt.

Das ist ja sicherlich auch ein Thema mit der Beratung euren Experten die sich damit natürlich stärker beschäftigen als ich aber es hat einen Einfluss auf die Milchanlieferung gar keine Frage.

Total!

So, ich glaube alles Wichtige haben wir hier reingepackt.

Danke dir Stephan, für das Gespräch heute.

Bis dahin alles Gute.

danke dir!

Jetzt nochmal unser kleiner Block für euch.

wir wollen natürlich Themen in diesem Podcast besprechen die wirklich euch interessieren die euch helfen die euch weiterbringen und daher ist es so wichtig dass ihr uns wirklich Nachrichten schickt auf die wir eingehen können.

um euch das leichter zu gestalten haben wir jetzt eine Telefonnummer an die ihr gerne direkt die Nachrichten.

Diese findet ihr natürlich auch in den Shownoten.

Ansonsten kann ich nur noch sagen, danke

fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

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Bis zum nächsten Mal – Wir freuen uns wenn du wieder dabei bist Und denkt immer daran?

Gut beraten mit Naturland.

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