#34 Abgestufte Grünlandnutzung: So bleiben Bestände langfristig stabil

Shownotes

Lückige Bestände, Gemeine Rispe, Löwenzahn oder nachlassende Erträge – viele Grünlandbetriebe kennen diese Entwicklung. Häufig wird versucht, mit Nachsaaten gegenzusteuern. Doch wie lassen sich Grünlandbestände langfristig stabil halten?

In dieser Folge von WIR BIO-BAUERN spricht Celine Grau mit Naturland Milchviehberater Sebastian Wagner über abgestufte Grünlandnutzung, Biodiversität und standortangepasstes Grünlandmanagement im Ökolandbau.

Gemeinsam gehen sie der Frage nach:

• warum nicht jede Grünlandfläche gleich intensiv bewirtschaftet werden sollte • welche Rolle Standort, Wasserverfügbarkeit und Nährstoffversorgung spielen • wie intensive Nutzung die Artenzusammensetzung im Grünland verändert • warum Nachsaat allein häufig nicht ausreicht • wie abgestufte Nutzung helfen kann, Trockenstress und Wetterextreme besser abzufedern • wie sich Biodiversität fördern lässt, ohne komplett auf Ertrag und Futterqualität zu verzichten • und welche Fördermöglichkeiten es für biodiversitätsfördernde Maßnahmen gibt

Dabei wird deutlich: Nachhaltiges Grünlandmanagement beginnt damit, Flächen differenziert zu betrachten – und Nutzung, Standort und Nährstoffversorgung wieder stärker zusammenzudenken.

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00:00:01: WIR BIO-BAUERN,

00:00:02: der

00:00:02: Podcast in dem sich alles um die täglichen Herausforderungen und Chancen in der ökologischen Landwirtschaft dreht.

00:00:08: Egal ob es um Rinder, Schweine oder Geflügelhaltung – den Ackerbau oder Grünland geht!

00:00:14: Wir liefern dir praxisnah Tipps und Impulse, die dir helfen können deinen Bio-Betrieb erfolgreicher und effizienter zu gestalten.

00:00:21: Als Beratung für Naturland begleiten wir dich auf diesem Weg also packen wir's an. Lückige Bestände, nachlassende Erträge und dann viel Löwenzahn und Hahnenfuß im Grünland.

00:00:32: Woran liegt das?

00:00:33: Und warum funktionieren Nachsaaten oft nur kurzfristig?

00:00:36: Was kann hier die abgestufte Grünlandnutzung leisten?

00:00:39: Genau darüber sprechen wir heute!

00:00:41: Und damit Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von WIR BIO-BAUERN.

00:00:45: Ich bin Celine Grau der Host des Podcasts und spreche heute hierfür mit meinem Kollegen Sebastian Wagner.

00:00:51: Er ist Milchviehberater im südlichen Schwaben & Allgäu.

00:00:55: Hi Sebastian, schön dass du wieder dabei bist.

00:00:58: Hallo Celine, danke für die Einladung.

00:01:00: Freut mich wieder mit dabei sein zu können!

00:01:02: Als Hintergrund müssen wir ja erstmal verstehen was bedeutet eigentlich abgestufte Grünlandnutzung?

00:01:08: Ich versuche es einzuordnen ums ganz einfach darzustellen unter dem Begriff abgestufte Grünlandnutzung

00:01:15: der klingt erst mal ein bisschen komplex aber darunter versteht man dass im Betrieb nicht alle Grünlandflächen gleichzeitig und somit gleich oft genutzt werden, sondern bewusst und geplant einen dem Standort angepasste, abgestufte Nutzung einführt.

00:01:32: Das heißt dass beispielsweise manche Flächen fünf oder sechs Mal gemäht oder beweidet werden andere vier mal und ertragsschwache Flächen vielleicht nur zwei oder dreimal durch Jungvieh- oder Trockensteher beweidet werden.

00:01:44: Und sortiert werden diese Flächen nach Ertragsstärke.

00:01:48: Schwächere weniger wüchsige Standorte werden seltener gemäht und andere häufiger.

00:01:53: Warum ist die abgestufte Nutzungen gerade für den Ökolandbau interessant?

00:01:57: Bei einer abgestuften Nutzung geht es darum, Flächen nachhaltig zu bewirtschaften.

00:02:02: Und für eine nachhaltige Bewirtschaftung muss der Entzug über Ernteprodukte und die Düngemenge, die zugeführt wird, ausgeglichen sein.

00:02:10: Insbesondere im Ökolandbau ist das eine Herausforderung, weil die Nährstoffe am Betrieb eher knapp sind.

00:02:16: Bei einer Übernutzung eines Grünlandbestandes verliert der Bestand oder besteht die Gefahr, dass der Bestand stark an wertvollen Futterpflanzen verliert und damit verlierts eben auch an Futterwert aus Sicht des Wiederkäuers, weil vor allen Dingen die gut schmeckenden nährstoffreichen Gräser davon betroffen sind.

00:02:40: Du hast jetzt im Prinzip schon so ein bisschen angedeutet aber jetzt noch mal ganz konkret warum ist es eben problematisch wenn ich meine Grünlandflächen entweder zu intensiv oder halt eben sagen wir mal falsch in Anführungszeichen bewirtschafte.

00:02:54: Du hast jetzt gerade schon die Art und Zusammensetzung so ein bisschen angedeutet, kannst du das nochmal genauer erklären?

00:03:02: Problematisch ist es zum einen weil die nachhaltige Gülleversorgung häufig nicht gegeben ist und dadurch eine Übernutzung stattfindet und diese Übernutzung eben dazu führt, dass Lücken entstehen.

00:03:15: Der andere Punkt der problematisch ist, aus Sicht der Umwelt, wenn beispielsweise ganze Landstriche gleichzeitig gemäht werden und dadurch innerhalb von wenigen Tagen großflächig Nahrungsquellen für Insekten oder Rückzugsmöglichkeiten für andere Tiere verschwinden.

00:03:32: Und entstehen.

00:03:32: der ältere Grünlandbestand bietet halt einfach wunderbare Versteckmöglichkeit für Rehe, Frösche und Insekte können sich dann in Blüten an Pollen ernähren und das fällt dann von heute auf morgen weg und das über Quadratkilometer hinweg.

00:03:49: Ja, das stimmt.

00:03:49: Das hat einfach zwei Seiten, warum man sich über die abgestufte Grünland-Nutzung quasi durchaus mal Gedanken machen sollte.

00:03:57: und die eine Seite ist ja auch irgendwo der Standort, der da auch darüber entscheiden kann wie nutze ich die Fläche.

00:04:05: Welche Faktoren sind da deiner Meinung nach entscheidend?

00:04:08: Ein guter Standort kann gut oder intensiv genutzt werden heißt häufig genutzt werden und ich kann auch gute Erträge entsprechend erwarten.

00:04:18: Ausschlaggebend an Kriterien für einen guten Standort sind zum einen eine gewisse Sonneneinstrahlung, also Bodenwärme damit das Gras oder der Pflanzenbestand auf der Fläche frühzeitig anfängt zu wachsen.

00:04:33: Ganz wichtig Wasserverfügbarkeit und gute Bodeneigenschaften und das heißt am Beispiel von der Sonneneinstrahlung her jetzt, dass beispielsweise Nordhänge langsamer wachsen später im Jahr zu wachsen beginnen als Südhänge oder eben ebene Flächen die auch ganz gut Sonne abkriegen.

00:04:54: Bei der Wasserverfügbarkeit wenn wir uns das mal bewusst machen, dass Grünland Pflanzen zu fast neunzig Prozent aus Wasser bestehen wird ganz schnell klar wie wichtig für ein Pflanzenwachstum für einen guten Standort in dem Sinne dann auch gleichmäßige Wasserversorgung über das Jahr ist.

00:05:12: und da kommt dann auch eben mit die Bodeneigenschaft zum Tragen, insbesondere die Wasserhaltekapazität.

00:05:21: dass eben der Boden in der Lage ist, Wasser zu speichern,

00:05:24: das Wasser nicht sofort durchsickert. Die Bodenstrukturen in dem Zusammenhang aber eben auch das der Boden die Grundnährstoffe zur Verfügung stellen kann während zum Beispiel Phosphor, Schwefel, Kali, Kalk, Mengen und Spurenelemente.

00:05:38: Wenn das vorhanden ist und auch Pflanzen verfügbar ist, dann kann man von einem guten Boden sprechen.

00:05:47: Wie gesagt Wasser Sonneneinstrahlung und Bodeneigenschaften.

00:05:52: Also wir haben ja jetzt im Prinzip über die Standortfaktoren gesprochen, die entscheidend sind welche Nutzung auch möglich ist und also du hast es ja jetzt gerade gut erläutert.

00:06:02: Wenn wir jetzt einen Schritt weitergehen wie sieht denn dann deiner Erfahrung nach ein Grünland Bestand aus der in einem guten Zustand ist?

00:06:10: Wo du sagen würdest da passt die Bewirtschaftung, da passt die Düngung und alles, das sieht man dem Bestand an, dass es gut passt

00:06:18: Aus landwirtschaftlicher Sicht gesprochen.

00:06:21: Man muss natürlich immer überlegen, welche Brille zieht man auf die Nahrungsmittelerzeugung oder der Biodiversität.

00:06:30: Wenn wir jetzt aus dem Blick des landwirtschaftlichen Erzeugungen drauf schauen, müssen wir sagen, dass ein guter Grünlandbestand dann vorhanden ist, wenn er für die Fütterung wertvollen Arten zusammengesetzt ist.

00:06:45: Wir sind aber im Ökolandbau nicht so auf die Gräser fixiert, wie das vielleicht in der konventionellen Produktion der Fall ist.

00:06:53: Es spielt vor allen Dingen des Weidelgras eine sehr große Rolle.

00:06:57: Im Ökolandbau spricht man davon, dass ein Bestand mit sechzig bis siebzig Prozent Gräsern, zwanzig bis fünfzig Prozent Kräutern und etwa daneben auch fünfzehn bis zwanzig Prozent Leguminosen einem optimalen Grünlandbestand entspricht.

00:07:13: Jetzt ist natürlich immer die Frage welche Gräser, welche Kräuter?

00:07:19: Da geht es dann noch mal ins Detail.

00:07:22: also sollten natürlich auch im Ökolandbau die wertvollen Gräser und Kräuter sein, die eben nicht als Platzräuber auftreten.

00:07:30: du hast ja eingangs schon erwähnt, der Hahnenfuß oder ein Übermaß an Löwenzahn wären Kräuter, die auf Lücken hinweisen und dadurch die Qualität von so einem Bestand auch einschränken können.

00:07:45: Wenn wir jetzt die andere Seite anschauen eben einen eher lückigen Bestand.

00:07:50: der Ertrag lässt nach.

00:07:51: das heißt da ist ein Zeichen das da irgendwas nicht stimmt.

00:07:55: was können da Zeigerpflanzen sein?

00:07:57: Dass ich halt weiß.

00:07:58: Ich muss jetzt wirklich hier etwas ändern.

00:08:01: An der Stelle vielleicht eben was sind beispielsweise Zeigerpflanzen von dem Entstehen von Lücken, also vom Ausfall von ertragreichen, nährstoffreichen Gräsern.

00:08:13: Das ist dann die Ursache für das Lücken entstehen bei einer Übernutzung.

00:08:18: Am Beispiel Weidelgras braucht einfach eine gewisse Nährstoffversorgung damit es auch weiter im Bestand bleibt und ist ein Bestand über viele Jahre Nährstoff unterversorgt wird ein Teil des Weidelgrasses ausfallen.

00:08:35: Dann entstehen Lücken.

00:08:36: und wer besiedelt diese Lücken, das sind dann sogenannte Platzräuber.

00:08:40: Es ist jetzt vielleicht auch nochmal kurz auf den Hahnenfuß oder den Löwenzahn zurück.

00:08:45: Das ist nicht grundsätzlich so dass die zwingend Probleme machen.

00:08:50: Wir können aber zeigen, dass eben Lücken da sind, sogenannte Zeigerpflanzen und wenn sie in einem Übermaß da sind, dann mindern sie auch den Ertrag.

00:09:00: Eine Pflanze die in dem Zusammenhang sehr häufig und auch wirklich vielerorts auftritt ist die Gemeine Rispe also ein Gras.

00:09:09: Ein Gras das durch seine Wuchseigenschaften sehr gut in der Lage ist Lücken zu besiedeln und deutlich zu Ertragseinbußen führt.

00:09:19: Und warum kann es die Gemeine Rispe so gut?

00:09:21: Die Gemeine Rispe ist eben eine Pionierpflanze die Lücken sehr gut besiedelt und vor allen Dingen mit dieser Übernutzung, mit dem Mangel an Nährstoffzufuhr

00:09:32: gut zurechtkommt.

00:09:33: und das liegt daran dass sie eine besondere Eigenschaft hat in ihrem Aufwuchs.

00:09:39: In dem ersten Aufwuchswächs ist sie quasi wie ein normales Gras.

00:09:42: da erkennt man es ja auf den ersten Blick auch kaum.

00:09:45: Da hat man auch noch guten Erdrag und das Gras schmeckt in der Ernte auch gut, den Tieren gut.

00:09:53: Aber nach dem ersten Aufwuchs ist die Gemeine Rispe eben in der Lage, die Aufwuchsform zu verändern und sie wird zu einem bodenbedeckenden muffigen Filz.

00:10:03: Und dieser Filz wird nicht mehr mit gemäht bei den Vorgeschnittenen.

00:10:06: das heißt ich habe zum einen einen Wegfall des Ertrags damit eine deutliche Senkung der Effizienz in der Futtererzeugung weil ich ja trotzdem die Überfahrt hab den Dieselverbrauch um die Fläche zu mähen aber eben deutlich weniger Ernte weil die Gemeine Rispe sich eben unter dem Mähwerk wegducken kann.

00:10:27: Das ist einmal eines und ich denke das bedeutendste Problemgras – jetzt kann man die Gemeine Rispe allerdings noch relativ gut mit Striegel bekämpfen und mit Nachsaaten dann auch wieder gute Arten mit reinbringen.

00:10:42: Gibt es hier dann noch weitere Problempflanzen?

00:10:45: Bei mir zu Hause im Allgäu und auch anderer Orts haben wir in den letzten Jahren aber auch erkannt, dass noch ganz andere Pflanzen hier diese Lücken besiedeln und die eben nicht nur den Ertrag und somit die Wirtschaftlichkeit des Betriebes schädigen sondern auch die Tiergesundheit.

00:11:03: Und da tritt das Wasserkreuzkraut in den Fokus hochgiftige Pflanze und dieses Wasserkreuzkraut ist ja auch eine sogenannte Pionierpflanze.

00:11:13: Das heißt sie ist von ihrer Wuchsform spezialisiert drauf, Lücken zu besiedeln, hat viele Samen mit der Blüte quasi also Flugsamen, die mit dem Wind weitergetragen werden.

00:11:26: Die Hochpotent sind, die sehr gute Keimfähigkeit haben und dann eben in diesen Lücken auf den offenen Boden gelangen und sich dort ausbreiten.

00:11:37: Und die kann man nicht mehr mit dem Striegel bekämpfen, sondern die muss entweder durch massive Änderungen in der Flächennutzung verdrängt werden oder mit dem Stecher ausgestochen werden.

00:11:48: Es macht erheblich Arbeit und das ist im Grunde dann auch der Punkt, wehret den Anfängen und der Anfang ist Lücken zu vermeiden.

00:11:58: Wie vermeide ich Lücken, in dem ich Übernutzung vermeide.

00:12:01: Es spricht ja auch noch mal dafür, den Bestand öfter anzuschauen und eben Lücken zu vermeiden und seine Nutzungen anzupassen.

00:12:08: Den Arbeitsaufwand will glaube ich wirklich keiner.

00:12:11: Was aber natürlich neben der jetzt schon angesprochenen Nutzung auch entscheidend ist, ist ja die Nährstoffversorgung.

00:12:16: Wie du ja beim Weidelgras auch schon als Beispiel genannt hattest.

00:12:20: Wie sollte daher die Düngungen in einem abgestuften Nutzungssystem sinnvoll verteilt werden?

00:12:26: Grundlage für eine sinnvolle, möglich sinnvoller Verteilung ist erst einmal zu wissen wie viel Dünger habe ich eigentlich, geht ja an erster Linie um Gülle und Milchviehbetriebe im Grünlandstandort arbeiten.

00:12:42: Also das heißt, ich muss wissen wieviel Gülle habe ich zur Verfügung und dafür gibt es verschiedene Hilfsmittel.

00:12:50: also zum einen habe ich natürlich meine Erfahrungswerte wieviele Gülle die Tiere im Jahr erzeugen und wie viel Wasser ich zuleite in die Gülle grobe.

00:13:00: Zum unterstützen kann man da Berechnungsprogramme heranziehen.

00:13:03: Wie jetzt beispielsweise den LfL-Lagerraumberechner.

00:13:07: Da sind dann im Grunde Nährstoffwerte hinterlegt, Standardwerte die eine Gülle an Stickstoff, Phosphor und Kali beispielsweise enthält.

00:13:17: Viele Betriebe machen mittlerweile auch eigene Gülleuntersuchungen, macht in dem Zusammenhang sicher auch Sinn weil man damit noch einen viel konkreteren Eindruck kriegt was an Nährstoffen da ist.

00:13:31: Also im ersten Schritt ging es darum zu wissen Wie viel Gülle, wie viele Nährstoffe habe ich am Betrieb und dann kann ich anfangen die sinnvoll zu verteilen.

00:13:43: Und dann geht man im Grunde her und sagt Ich schaue mir mal meine wertvollsten Flächen an, das sind der Regel die Mehrschnittwiesen mit fünf bis sechs Nutzungen je nach Regionen, Berggebieten natürlich weniger, da sind es drei bis vier Nutzung vielleicht oder auch intensive Weiden, die um den Stall rum genutzt werden.

00:14:02: Auch hier haben wir natürlich große Entzüge und das ist ein wichtiger Anteil in der Fütterung des Tieres.

00:14:08: Und für diese Flächen muss ich ausreichend Gülle im ersten Schritt zur Verfügung stellen, weil jeder Milchviehbetrieb wird natürlich erst mal gucken wie krieg' ich ordentliches Futter in den Stall und in die Kuh?

00:14:20: und man spricht von zwölf bis fünfzehn Kubikmeter Gülle je Hektar und Schnitt die ausgebracht werden müssen, damit man ausgeglichene Nährstoffversorgung haben.

00:14:30: Damit Entzug und Düngungen zusammenpassen.

00:14:33: Und also zwölf bis fünfzehn ist natürlich auch wieder eine Spannweite hängt immer stark davon ab wie gehaltvoll die Gülle ist, wie viel Wasser vor allen Dingen in der Gülle drin ist.

00:14:43: Wenn wir dann diese wertvollsten Futterflächen versorgt haben, rechnerisch.

00:14:50: Also man plant das quasi durch.

00:14:52: Dann schaut man sich die zweitwertvollsten Futterflächen an.

00:14:56: Das sind in der Regel dann schon etwas eingeschränktere Standorte von der Bewirtschaftung vielleicht ein bisschen schlechterer Boden Nordhängige Flächen. Boden, der eher austrocknungsgefährdet ist.

00:15:09: Und dann, sagt man eben hier, haben wir vielleicht drei Schnittwiesen und entsprechend führt man da auch rechnerisch die Gülle zu.

00:15:16: Bei drei Schnitten wären es dann vielleicht fünfundvierzig Kubik pro Hektar, was man über das Jahr dort verplant.

00:15:22: So geht man Schritt für Schritt von der besten Fläche zu schwächeren Flächen in der Planung vor und wird relativ schnell feststellen dass die Gülle knapp wird und dadurch eigentlich, wenn ich nachhaltig bewirtschaften will, gezwungen bin die Schnitthäufigkeit zu reduzieren.

00:15:46: und dann wird man vor allen Dingen gezielt auf diesen Flächen,

00:15:49: die eben sowieso vom Standort her nicht optimal sind diese Schnittzahl dann auf zwei Schnitte runterfahren oder sie für Jungvieh- oder Trockensteherweiden nutzen damit man möglichst dort wenig Gülle aufwenden muss und diese Gülle frei wird für die sehr guten Flächen.

00:16:09: Und welche Fehler siehst du da?

00:16:11: oder Fehler ist ein bisschen ein hartes Wort, aber welche Managementbaustellen, Stolpersteine siehst Du in der Praxis häufig?

00:16:20: dass es eben vielleicht nicht so umverteilt wird oder am Anfang so berechnet wird, sondern dass man halt einfach das ziemlich ähnlich verteilt und dafür ähnlich wenig quasi auf den Flächen.

00:16:31: Oder wie siehst du das?

00:16:32: Dieses sogenannte Gießkannenprinzip ist vermutlich das größte Problem.

00:16:36: also man verteilt einigermaßen gleichmäßig die Gülle über die Flächen und mäht einen sehr großen Teil der Flächen zu häufig.

00:16:44: So grundsätzlich ist der Nährstoff knapp auf dem Bio-Betrieb.

00:16:49: Von dem her sind die Bio-Bauern eigentlich von ihrem Grundsatz schon sehr sorgsam im Umgang mit ihren Nährstoffen, was jetzt die Ausbringungstechnik oder den optimalen Zeitpunkt für Ausbringungen angeht, dass man wenig 

00:17:01:

00:17:02: Nährstoffverluste über Ausgasung oder Auswaschungen hat, also da machen sich die Landwirte sehr viel Gedanken darüber.

00:17:08: Aber vor allen Dingen im Grünlandgebiet stelle ich häufig fest man macht sich eigentlich zu wenig Gedanken drüber

00:17:14: reicht der Nährstoff denn überhaupt aus für das System wie ich meine Flächen bewirtschafte?

00:17:20: Im Ackerbau habe ich einen konkreten Blick auf den Ertrag.

00:17:24: Da spüre ich es sofort im Geldbeutel wenn er Ertrag nachlässt und mache mir da Gedanken drüber,

00:17:28: warum ist das der Fall auf dieser Fläche.

00:17:31: Grünland ist geduldig und etwas stabiler im Ertrag, auch wenn die Düngemenge mal eine Zeit lang etwas knapper ausfällt.

00:17:38: Weil wir hohe Humus-Gehalte haben im Boden in der Regel und dadurch Nährstoffe nachgeliefert werden können, die vielleicht mal eine Zeit lang ins Defizit gehen.

00:17:49: Das ist ein Vorteil aber es ist auch eine Gefahr weil die Prozesse dadurch langsam ablaufen verzögert über mehrere Jahre und dadurch wird oft sehr spät reagiert, erst wenn das Problem wirklich groß ist.

00:18:03: Ja, ab wann würdest du auch sagen merkt man denn das erste Mal also zum Beispiel jetzt dass das deutsche Weidelgras weniger wird?

00:18:11: Das ist schwer das Pauschal zu sagen weil es natürlich auch immer davon zusammenhängt wie stark liegt die Nutzung daneben quasi.

00:18:20: Also wie stark ist eine Übernutzung und welche Pflanzen sind vorher gewachsen.

00:18:28: Ich hatte jetzt vor kurzem einen Betrieb in der Beratung, da haben wir uns eine Weide angeschaut.

00:18:33: Die hat er frisch zur Weide genutzt und hat dort eine Nutzungsänderung gemacht von einer Mähfläche mit vier bis fünf Nutzungen hin zu der Standweide also zu deutlich mehr Nutzungen in dem Sinne.

00:18:45: Da hatten wir innerhalb von ein bis zwei Jahren eine deutliche Veränderung in der Artenzusammensetzung.

00:18:50: Also kommt man wirklich auf den ersten Blick tatsächlich erkennen, dass man eine veränderte Veränderungen des Pflanzenbestandes hatte allerdings eben auch die deutlichen Änderungen der Nutzung, die da stattgefunden hat.

00:19:04: also es kann innerhalb kurzer Zeit gehen das sich solche Artenverschiebungen deutlich machen.

00:19:09: wenn ich jetzt eine leichte Unterversorgung habe wird es sicherlich länger dauern.

00:19:13: Um genau das auch abzupassen, also quasi wahrzunehmen ist ja wichtig auch den Pflanzenbestand regelmäßig zu kontrollieren.

00:19:19: Wie oft würdest du da die Fläche wirklich durchgehen und den Pflanzbestand prüfen?

00:19:24: Also ich würde empfehlen dass mindestens alle zwei bis drei Jahre mal zu machen auf der Fläche zu schauen ob da Lücken entstehen die was mit der Nutzung zu tun haben, natürlich gibt es auch immer Lücken von Mäusen beispielsweise, die jeden Winter dann irgendwie oder jedes Frühjahr auftreten, aber das hat jetzt nicht direkt was mit einer Übernutzung zu tun.

00:19:47: Ja, das stimmt und wenn wir jetzt noch ein Stückchen weiter denken gerade in Zeiten des Klimawandels mit erhöhten Trockenstress- und Wetterextremen wie kann auch da diese eher noch stärker angepasste Nutzung hilfreich sein?

00:20:06: Eine angepasste Nutzung, das heißt wenn ich einen Standort habe der weniger Wasser zur Verfügung hat, werde ich automatisch die Schnitthäufigkeit senken, weil das Gras einfach nicht so gut wächst.

00:20:20: Da kann ich mir vielleicht nochmal genauer Gedanken drüber machen ob ich trotzdem noch einmal zu oft mähe für das was der Standort liefert und was ich güllemäßig da auch hinbringe.

00:20:29: Das ist einmal das eine, also auch hier nochmal einfach reflektieren bei sich veränderten Wetterbedingungen ob es noch passt wie ich die letzten zwanzig Jahre gemacht habe oder ob ich eben auch hier in der Nutzungshäufigkeit vielleicht reagieren muss um effizient zu sein, um die Flächen effizient zu bewirtschaften und da denke ich immer ganz stark an den Einsatz von Diesel.

00:20:51: Der schlägt natürlich enorm durch im Geldbeutel Und wenn ich wenig runterbringe von der Fläche, weil es nicht mehr so gut wächst dann schneide ich mir ins eigene Fleisch wirtschaftlich.

00:21:04: Das ist einmal das eine, das andere ist dass eine Abstufung der Nutzungen eben die Artenvielfalt fördert und höhere Artenvielfalt ist besser gewappnet gegen Trockenperioden.

00:21:16: Warum ist das so?

00:21:18: Weil Pflanzen unterschiedlich tief wurzeln.

00:21:21: Zum einen wird nicht seltener Mäh, wurzelt die Pflanze im allgemeinen tiefer.

00:21:27: Also das was quasi oben im Durchschnitt an Aufwuchs steht über der Erde habe ich auch in derselben Tiefe unter der Erde an Durchwurzelungstiefe das kann man zum Beispiel für Gräser sagen.

00:21:39: Mal ein bisschen plakativ dargestellt also eine Vierschnittwiese wurzelt tiefer als eine fünf oder sechs Schnittwiese, weil  die Pflanze oberirdisch weiter auswachsen kann.

00:21:51: Das ist ein Grund und dann wird sich eben auch die Zusammensetzung des Bestandes verändern.

00:21:58: ich habe mehr verschiedene Arten, die dort wachsen nicht mehr Weidelgras-Weißklee betonte Bestände sondern eben andere Gräser oder Leguminosen, die dort sich etablieren und halten können, wenn es seltener genutzt wird und beispielsweise ein Wiesenschwingel oder einen Rotklee, oder auch verschiedene Kräuterarten wurzeln tiefer als beispielsweise Weidelgras oder Weißklee.

00:22:24: Und sind dadurch in der Lage auf tiefer liegende Wasserreserven zuzugreifen.

00:22:30: Reicht es dann wirklich einfach aus, wenn ich die Schnitthäufigkeit reduziere?

00:22:33: Oder ab wann machen auch solche Maßnahmen wie Übersaat, Nachsaat, Mahdgutübertragung Sinn?

00:22:40: Die Landesanstalt für Landwirtschaft hat da viel Monitoring betrieben über Grünland-Bestände und dort wurde festgestellt das extensive Flächen nicht automatisch eine hohe Artenvielfalt haben, sondern dass eben Landwirte anfangen, Flächen zu extensivieren weil einfach nichts mehr wächst.

00:23:02: und das muss jetzt nicht... hat im seltensten Fall was damit zu tun, dass dort ein große Artenvielfalt da ist.

00:23:07: Sondern dass eben Gemeine Rispe oder Straußgras beispielsweise sich breit gemacht hat und wir dann eigentlich sehr wenig Artenvielfalt haben.

00:23:14: Und extensive Flächen die nur noch dreimal gemäht werden, weil der Landwirt merkt es lohnt sich nicht mehr da drüber zu fahren und öfters zu mähen. Bei solchen Flächen, die sowieso schon extensiv sind in der Nutzung und als solche auch gehalten werden sollen, weil ich einfach gar nicht die Güllemenge habe um sie wieder in eine Intensivierung zu bringen,

00:23:35: da macht es durchaus Sinn sich Gedanken drüber zumachen wie ich dort auch wieder Arten anreichern kann, weil ich dann zumindest ein schmackhaftes Futter dort ernten kann.

00:23:46: Hohe Artenvielfalt hohe Kräutervielfalt bringt immer Schmackhaftigkeit mit und Kühe fressen Gras nicht nur gern wenn's voll ist mit hochwertigen Nährstoffen, sondern auch wenn es eine schmackhafte Zusammensetzung gibt.

00:24:00: Also extensive Flächen können durchaus auch in der Rinderfütterung Sinn machen, zum gewissen Anteil, wenn die Artenzusammensetzungen hochwertig ist und da kommen dann so Aktionen wie Mahdgutübertragung zum Zuge wobei das schon einen hohen Aufwand auch mit sich bringt, um so eine bunte Artenvielfalt wieder zu etablieren.

00:24:20: Ja und grundsätzlich ist es doch auch so, dass wenn ich jetzt die extensiveren Flächen betrachte das die ja eher für älteres Jungvieh und Trockensteher genutzt werden.

00:24:30: Und da ist es dann auch nicht so entscheidend, dass es eine Schmackhaftigkeit hat.

00:24:35: oder würdest du sagen trotzdem lohnt sich eben aus dem Zuge der Artenvielfalt eben der Biodiversität zum einen und auch weil ich ja trotzdem damit Tiere versorgen will, dass ich trotzdem auf die Zusammensetzung schaue?

00:24:49: Ja, das lohnt sich auf jeden Fall.

00:24:50: Also der Trockensteher oder Jungvieh sind ja jetzt keine Rest-Futterverwerter in dem Sinne, sondern die sollten natürlich auch mit schmackhaften Futter gefüttert werden.

00:25:02: und ja es ist richtig.

00:25:04: also nur dadurch dass ich eine Fläche seltener mähe heißt es nicht, dass ich dort auch ordentliches Futter runter ziehe.

00:25:11: man muss auch auf diesen Flächen natürlich die Artenzusammensetzung im Blick haben.

00:25:17: Und man muss auch dort, auch wenn man nur dreimal mäht beispielsweise schauen dass dieses Futter ordentlich eingeführt wird.

00:25:25: Dass man Bröckelverluste vermeidet und dort wird dann häufig Heu gemacht, Dürrfutter gemacht wird,

00:25:31: Das man kein schimmliges Futter einführt, dass man das gut nachbelüftet, weil nur dann wird es auch gefressen.

00:25:38: Häufig hört man ja das alte Zeug das frisst ja keiner mehr, da habe ich aber auch durchaus andere Betriebe, die mir berichten dass auch älteres Futter durchaus gefressen wird.

00:25:49: Dass es halt einfach ganz stark davon abhängt mit welcher Qualität dieses Futter eingeführt wird und vorgelegt wird.

00:25:58: Und dann vielleicht noch ein Punkt wenn wir gerade drüber sprechen Artenvielfalt, Biodiversität und Futterqualität.

00:26:07: Das schließt sich auf keinen Fall aus.

00:26:09: Auch Flächen mit einer etwas höheren Artenvielfalt können auch in der Milchviehfütterung sehr gut genutzt werden.

00:26:16: Da schaue ich jetzt aber eher auf sind es Fünftschnittwiesen oder Vierschnittwiesen, weil Flächen mit einer hohen Artenvielfalt nutzungselastischer sind als stark gedüngte oder stark Weidelgras geprägte Flächen, wo wir einfach ein schnelleres Altern des Grases haben, wo ich dann auch einfach früher nutzen muss.

00:26:39: also extensivere Flächen mit höherem Artenanteil können sehr gute Futterqualitäten liefern, auch wenn vielleicht einmal weniger gemäht wird und das belegen durchaus auch Futteruntersuchungen von den Betrieben.

00:26:52: Das klingt ja jetzt erstmal spannend und dass man sich da auf jeden Fall auch auseinandersetzen muss.

00:26:57: aber irgendwo denken wahrscheinlich die meisten schon dran, oh Extensivierung heißt irgendwie erst mal weniger Ertrag, weniger Geld wie auch immer weniger Effizienz

00:27:08: quasi, gibt es da auch Fördermöglichkeiten, diese Extensivierung eben mit diesen Biodiversitätsmaßnahmen die's ja sind, auszugleichen.

00:27:19: Also dass das querfinanziert werden kann?

00:27:21: Erstmal vielleicht noch wir schauen bei der abgestuften Nutzung immer den Gesamtbetrieb an

00:27:28: also es geht im Gesamtbetrieb natürlich drum auch weiterhin wertvolle Futterflächen zu erhalten.

00:27:37: Das steht natürlich am ersten Schritt an erster Stelle, dass wir das Vieh gut ernährt bekommen um auch weiter wirtschaftlich arbeiten zu können.

00:27:48: Also die Steigerung der Biodiversität ist dann eigentlich ein Effekt, der einfach mitgeht in dieser Planung also quasi ein Nebenprodukt könnte man vielleicht sagen.

00:28:06: Man hat weiterhin intensive Flächen und auch eine nennenswerte Zahl intensiver Flächen für die Futtererzeugung.

00:28:13: Und extensiviert gezielt Flächen, die sowieso relativ wenig hergeben.

00:28:18: Da kommen dann eben auch die Fördermöglichkeiten, die du gerade angesprochen hast zum Zuge.

00:28:22: da befindet man sich in einer Win-Win Situation wenn wir im Grunde auf den extensiven Flächen die Förderprogramme in Anspruch nehmen kann, wären zum Beispiel Förderprogramme der Länder wie Schnittzeitpunktprogramme oder Öko-Regeln

00:28:38: wie das Kennartenprogramm, das hier zum Tragen kommt.

00:28:42: und auch Naturland bietet ja seit ein paar Jahren ein Förderprogramm für die Artenvielfalt an und auch dort gibt es zwei Programme für Grünland, die durchaus interessant sind für so eine Extensivierung.

00:28:55: Wenn jetzt Betrieb sagt Ich möchte gerne damit starten, weil ich habe genau diese Themen auf meinen Flächen.

00:29:02: Also dass ich einfach merke da stimmt irgendwas nicht.

00:29:04: Da würde es Sinn machen sich mal genauer mit zu beschäftigen.

00:29:09: wie sollte dieser Betrieb dann genau vorgehen?

00:29:12: also wie sind die einzelnen Schritte die du da jetzt empfehlen

00:29:16: würdest?

00:29:19: darstellen, ich glaube das der erste und wichtigste Schritt ist dass man sich mal ganz bewusst mit seinem Grünland auseinandersetzt.

00:29:28: Dass man wirklich erkennt grün ist nicht gleich grün, sondern ich muss mir wirklich mal genauer anschauen was habe ich für eine Artenzusammensetzung, wie ist meine Ausgangssituation?

00:29:37: Und da können wir von der Beratung natürlich auch sehr gerne unterstützen, weil wir es natürlich regelmäßig machen, dass wir verschiedene Flächen anschauen und hier Artenzusammensetzungen bestimmen.

00:29:51: Also man muss seinen Blick schulen, um zu erkennen ob ein Grünlandbestand tatsächlich wertvoll ist, wertvoll für die Fütterung ist.

00:30:00: und dann muss man im Grunde einfach auch aufmerksam bleiben wie verändern sich Erträge?

00:30:05: Und wenn sich Erträge verändern dann meistens ins negative also nachlassen.

00:30:12: Dann ist häufig die Reaktion zu sagen, okay dann schaue ich das sich irgendwie Flächen zupachte.

00:30:17: Ist nicht ganz einfach aber über die Jahre kriegt man dann schon irgendwo mal eine neue Fläche dazu meistens weiterzufahren.

00:30:22: Meistens sind es auch nicht unbedingt die Top-Flächen oder sie sind teuer.

00:30:27: aber das ist eigentlich so

00:30:28: die erste Reaktionen, die ich häufig wahrnehme, Flächen zupachten um die Futtergrundlage eben auch für  ertragsarme Jahre zu sichern oder einfach weil ich merke es wächst vielleicht nicht mehr so gut. Und damit beginnt so eine Spirale nach unten.

00:30:45: Also das heißt ich habe mehr Fläche, aber nicht mehr Gülle.

00:30:51: Das heißt ich kann auch diese neue Fläche nicht nachhaltig versorgen sondern ich komme eigentlich ein noch größeres Problem rein mit

00:30:58: der Tierbesatz bleibt gleich und die Nährstoffversorgung wird immer schlechter.

00:31:06: Also viel wichtiger wäre es sich Gedanken zu machen, warum die Flächen Erträge einbüßen, nicht nur zu beobachten

00:31:11: sie büßen Ertrag ein und ich brauche noch zusätzliche Flächen, sondern warum habe ich Ertragsausfall?

00:31:18: Und häufig sind das dann wieder die einfachen Dinge, die wir schon angesprochen haben.

00:31:22: Wertvolle Gräser gehen verloren, Lückenfüller breiten sich aus. Es ist häufig tatsächlich so schnell zu erkennen und dann muss ich im Grunde daran und hier regulierend einschreiten.

00:31:37: Und dann aber, das Regulieren alleine reicht nicht die Nachsaat allein reicht nicht.

00:31:41: den Nachsaat bleibt nur da,

00:31:44: wenn ich dann auch meinen Bewirtschaftungssystem so umstelle und diese Flächen entsprechend mit Nährstoffen versorge.

00:31:51: also vielleicht nochmal kurz aufmerksam sein was im Grünland passiert und sich das regelmäßig auch bewusst zu machen wie sich die Flächen grad verhalten.

00:32:05: Wie gehe ich da dann konkret vor, wenn ich jetzt sage, ich möchte das ändern?

00:32:09: Also die Schnitthäufigkeit in welchem Zeithorizont verändert  sich das?

00:32:13: also gehe ich gleich von fünf auf drei Schnitte was aus meiner Sicht erstmal total unlogisch klingt.

00:32:19: aber wie würdest du da vorgehen?

00:32:21: In welchem Zeithorizont?

00:32:22: ist eine gute Frage.

00:32:23: also.

00:32:23: im Endeffekt sind die Landwirte in aller Regel ja intuitiv schon dran, dass sie extensive Flächen weniger häufig nutzen, als sehr gute Futterflächen.

00:32:37: Das wäre erst einmal zu überprüfen, ob das ausreicht.

00:32:40: in der Regel reicht es noch nicht aus ist mein Erfahrungswert, sondern dann muss man eben bei einzelnen Flächen nochmal einen Schritt in die Extensivierung gehen um auch hier wirklich nachhaltig zu arbeiten.

00:32:53: und das ist so wie du sagst.

00:32:54: also man wird natürlich keine sehr gute Fläche eine total extensive Fläche überführen, sondern vielleicht eine Schnittzahl mal runternehmen.

00:33:02: Und das ist sicherlich ein Prozess mit dieser Extensivierung weil im Grunde in Grünland ja schon im Boden auch ein Nährstoff gespeichert ist.

00:33:12: Das heißt wenn ich eine Fläche jetzt auch bewusst etwas weniger Dünge, also extensiviere gezielt in eine Extensivierung

00:33:19: lenke, wird die Fläche nicht sofort reagieren sondern die wächst erst mal genauso gut weiter wie vorher.

00:33:25: das heißt ich muss sie dann auch fünf Mal mähen, wenn ich sie vorher fünf Mal gemäht habe, weil sonst krieg ich halt total überständiges Futter.

00:33:34: und das heißt es ist ein Prozess den man über mehrere Jahre sicherlich angehen muss und andenken muss und auch flexibel sehen muss.

00:33:45: Also es wird Jahre geben, wo das dann sehr gut funktioniert, dass sich einzelne Flächen etwas weniger oft mähe.

00:33:50: Dann habe ich wieder Jahre, wo mir alles davonwächst, wo ich trotzdem wieder auf eine intensivere Nutzung gehen muss weil ich vielleicht einen guten Standort hab.

00:34:02: Es ist kein Schema, dass man einfach im Betrieb überstülbt, sondern es ist eine Orientierungshilfe wie im Grunde hier eine nachhaltigere Bewirtschaftung übergeht und natürlich muss man dann auch flexibel das weiterhin Hand haben.

00:34:16: Und es ist wie alles in Grünland ein Prozess, der über Jahre geht.

00:34:20: Ja ich denke auch überhaupt den Prozess mal anzustoßen ist ja erstmal der erste Schritt und das waren auch schon super Abschlussworte.

00:34:26: deswegen danke dir Sebastian für die heutige Folge.

00:34:30: Es hat wirklich wieder sehr viel Spaß gemacht

00:34:32: Sehr gerne.

00:34:33: Celine hat mich gefreut dabei sein zu können und immer wieder gerne.

00:34:37: Zusammenfassend zeigt eben die abgestufte Grünlandnutzung, dass nicht jede Fläche dieselbe Bewirtschaftung braucht.

00:34:44: Ziel muss es sein Nutzung Düngung und Standort mehr zusammenzudenken.

00:34:48: Dann kann man die Bestände stabilisieren, die Futtergrundlage sichern und gleichzeitig Biodiversität ins Grünland bringen.

00:34:55: Dieser Podcast wird im Rahmen des Beatles Projekts von der Europäischen Kommission gefördert.

00:35:00: Das Projekt beschäftigt sich mit dem Konzept der Climate Smart Agriculture, also landwirtschaftlichen Praktiken, die klimarelevante Emissionen reduzieren.

00:35:07: Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels verbessern oder die Effizienz des Betriebs erhöhen.

00:35:12: Darunter fällt auch abgestufte Grünlandnutzungen, die neben der Förderung der Biodiversität nicht nur die Effizienz des Betriebs steigern kann, sondern auch zu einer verbesserten Resilienz gegenüber Wetterextremen und Trockenstress, die sich durch den Klimawandel verstärken, führt.

00:35:27: Weiterführende Informationen findet ihr wie immer in den Show Notes.

00:35:30: Danke fürs Zuhören!

00:35:33: Bis zum nächsten Mal. Danke, dass du in dieser Folge dabei warst.

00:35:38: Mehr über unsere Arbeit und den Podcast findest du auf unserer Webseite www.naturland-beratung.de.

00:35:46: Falls du noch nicht Mitglied bei Naturland bist dann könnte genau das das Richtige für dich sein!

00:35:52: Vermarktungsvorteile und das große Netzwerk aus Beraterinnen und Berater sind zwei Gründe warum sich eine Mitgliedschaft für dich auszahlen kann.

00:36:00: Hol dir jetzt unser kostenloses und unverbindliches Infopaket.

00:36:04: Klicke einfach auf den Link in den Show Notes, trage kurz deine Daten ein und wir senden dir das Paket in den nächsten Tagen zu.

00:36:10: Bis zum nächsten Mal!

00:36:12: Wir freuen uns wenn du wieder dabei bist – und denkt immer daran?

00:36:16: Gut beraten mit Naturland.

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