#33 Zu früh, zu spät, zu intensiv? Die häufigsten Fehler auf der Weide
Shownotes
Raus auf die Weide – doch wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt? Und wie gelingt es, Weideflächen so zu nutzen, dass Tierwohl, Futterqualität und Ertrag zusammenpassen?
In dieser Folge von WIR BIO-BAUERN sprechen die Naturland Regionalberaterin für Rheinland-Pfalz & Saarland, Nadine Lebeau, und Naturland Rinderberater in Baden Württemberg,Timo Manger, über die Grundlagen eines erfolgreichen Weidemanagements und typische Herausforderungen für Milchvieh- und Mutterkuhbetriebe.
Gemeinsam gehen sie den Fragen nach:
• warum die Pflanzenzusammensetzung im Grünland entscheidend ist
• warum Ruhezeiten für die Grasnarbe so wichtig sind
• wie sich Trockenheit und Standort auf die Weide auswirken
• und weshalb eine regelmäßige Flächenkontrolle ein zentraler Bestandteil des Weidemanagements sein sollte
Gute Weidehaltung braucht nicht nur passende Flächen, sondern vor allem ein aktives Management und den Blick fürs Grünland.
Shownotes
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00:00:01: Der Podcast, in dem sich alles um die täglichen Herausforderungen und Chancen in der ökologischen Landwirtschaft dreht.
00:00:08: Egal ob es um Rinder, Schweine oder Geflügelhaltung – den Ackerbau oder Grünland geht!
00:00:14: Wir liefern dir praxisnah Tipps und Impulse, die dir helfen können deinen Biobetrieb erfolgreicher und effizienter zu gestalten.
00:00:21: Als Beratung für Naturland begleiten wir dich auf diesem Weg.
00:00:24: Also packen wir's an!
00:00:33: Und mit dem Frühling beginnt die weite Saison.
00:00:35: Also Stalltür auf und Tiere raus!
00:00:38: Aber ganz so einfach ist es ja dann doch nicht, gerade wenn man an Tierwohl- und ein nachhaltiges Weidemanagement denkt.
00:00:45: Aber wie genau kann ich mein Weide-Management eigentlich effizient gestalten?
00:00:51: Wo liegen Stolpersteine und wo sind eventuelle Stellschrauben?
00:00:55: Genau darüber möchten wir in der heutigen Podcastfolge sprechen.
00:01:00: Herzlich willkommen zur nächsten Folge von Wir Bio Bauern.
00:01:04: Mein Name ist Nadine LeBeaux, ich bin bei Naturland Regionalberaterin für Rheinland-Pfalz und das Saarland und freue mich heute mit meinem Kollegen Timo Manger über das Thema Weidemanagement sprechen zu dürfen.
00:01:15: Hallo Timo!
00:01:16: Schön dass du da bist.
00:01:18: Hallo Nadine und vielen Dank für die Einladung.
00:01:22: Du als Rinderberater in Baden-Württemberg, du hast ja vermutlich fast jeden Tag mit dem Thema Weide, Weidesysteme, Weidemeanagement und alles was irgendwie noch dazu gehört zu tun.
00:01:34: Magst du uns einmal kurz sagen bevor wir dann tiefer ins Thema einsteigen?
00:01:39: Was für dich weide im Allgemeinen bedeutet und wo du eventuelle Knackpunkte siehst?
00:01:46: Ja also Weidegang bedeutet für mich in erster Linie auch sehr viel Tierwohl.
00:01:52: Die Kuh vor allem ist ein Weidetier.
00:01:56: Gras zu weiden, ist eines ihrer ureigensten Bedürfnisse und darum spielt für mich auch in der Beratung die Weidehaltung eine ganz große Rolle.
00:02:10: Auch das Thema der Kosteneinsparung durch einen ausgedehnten Weidegang was in meiner Auge gerade im Moment, wo auch der Diesel natürlich so teuer ist.
00:02:22: Ganz entscheidend ist um einfach in Zukunft auch erfolgreich wirtschaftlich Milch oder Fleisch zu produzieren.
00:02:31: und ja die Herausforderungen sind ganz oft dass auf den Betrieben einfach das Wissen immer da ist über eine erfolgreiche oder effiziente Weiterhaltung.
00:02:45: In der letzten fünfzig-sechzig Jahre hat einfach die Fütterung im Stall auch in Forschungen und Beratungen eine viel größere Rolle gespielt, wie jetzt eine effiziente Form der Weidebewirtschaftung oder der weite Wirtschaft.
00:03:00: Und da merkt man dann schon auf den Betrieben das die Unsicherheit bin ich zu früh, bin nicht zu spät steht er überhaupt genug Futter?
00:03:09: doch nur ganz große Rolle spielt Immer wieder Thema.
00:03:15: Nicht jeder Betrieb hat einen voll arrondierten Betrieb, wo er zwanzig dreißig vierzig Hektar zum Teil um den Hof rumhat.
00:03:22: und wenn ich dann eher in einem Gebiet bin das kleinteilige oder im Realteilungsgebiet, wo einfach die Fläche weit auseinander sind macht es natürlich eine Weidehaltung sehr viel schwieriger.
00:03:34: Das stimmt diesen Luxus hat tatsächlich nicht jeder Thema arrondierte Weideflächen.
00:03:39: Du sagst, naja das Wissen über eine effiziente Weidewirtschaft ist in den letzten Jahren aus deiner Sicht so ein bisschen in den Hintergrund gerückt.
00:03:47: So nach dem Motto Neuer Grünland ist halt irgendwie grün und sobald es grün ist geht's dann raus.
00:03:53: oder wie würdest du das Ganze sehen?
00:03:56: Genau!
00:03:56: Das ist ein großes Problem des Grünen Landes weil es ist halt grün Und im Endeffekt wissen ganz viele... weiß man auf ganz viele Betriebe überhaupt nicht, was wächst denn da eigentlich?
00:04:11: Also im Ackerbau ist es irgendwie in der meiste Fälle sehr selbstverständlich dass ich halt eine bestimmte Kultur anbaue.
00:04:20: Eine bestimmte Sorte dieser Kultur und ich irgendwie weiß okay die hat den und den Anspruch an die Düngung.
00:04:27: Die braucht so ne Kulturpflege damit ich da eben den meisten Ertrag holen kann.
00:04:34: und beim Grünland hat man halt grüne Pflanze, man weiß gar nicht so richtig was wächst denn da und ist froh wenn es wieder auch grün wird im Frühjahr sozusagen.
00:04:43: Und dabei hat man eben die Herausforderung gerade in Grünland dass ich ja eine pflanze Gesellschaft habe das heißt ich hab ja keine... Da wächst jetzt nicht nur deutsches Weidelgras sondern da wächst ja in der Regel eine Gesellschaft aus Gräsern, aus Leguminosen und aus Kräutern Und alle diese Arten, die in meinem Gründland wachsen haben halt unterschiedliche Ansprüche.
00:05:06: Wie ein Weizer eine andere Kulturführung bedingt wie jetzt zum Beispiel den Mais.
00:05:12: Also würdest du jetzt quasi sagen dass eigentlich das Weide-Management schon vor dem Weiterauftrieb beginnt oder?
00:05:21: Ja definitiv weil wer effizient weide will, wer sich damit auseinandersetzt Wie weide ich, welches weite System mache ich?
00:05:31: Welchen Weideumfang möchte ich denn überhaupt?
00:05:34: Da muss sich erst mal im Klaren sein.
00:05:36: Was wächst denn bei mir in Grünland?
00:05:38: Habe ich eher einen Untergräserbetonende Bestand oder habe ich eher ein Obergräserbetonender Bestand?
00:05:46: vielleicht auch weil ich in Vergangenheit eigentlich noch gar nicht geweidet hab.
00:05:51: Ich habe meine Grünlernbestände immer durch Schnittnutzung genutzt Und durch Schnittnutzung habe ich natürlich ein anderer Pflanze bestand, wie durch eine Weidenutzung.
00:06:01: Also quasi zu Beginn erstmal so ne Art Status quo-Analyse wo stehe ich denn überhaupt?
00:06:08: Genau also zuerst muss man wissen als gutes Weidemanagement beginnt eigentlich damit Ich laufe über die Fläche und sehe was wächst in dort eigentlich und wenn ich weiß was dort wächst welche Pflanzer und welche pflanzige Gesellschaften dort vorkommen auf meinem Grünland dann kann ich auch entscheiden Ist das denn überhaupt ein ertragsfähiges Grünland, ein qualitativ hochwertiges Gründland?
00:06:32: Und kann ich das beweide oder muss sich das vielleicht wenn ich es in der Weide überführe was vorher in der Schnittfläche war.
00:06:39: Muss ich die vielleicht auch noch erst überführen in ein beweitbares Gründland?
00:06:43: Wie würde so eine Überführung aussehen?
00:06:45: also wie gesagt wenn man jetzt Fläche gemäht hat sind sie in der Regel vom Bestand und auch von der Pflanze Dichte in die Fläche nicht so stark ausgeprägt wie eine Weide, weil durch die Weide wenn das Gras abfressen wird fängt es an zu bestocken und geht in die Breite.
00:07:05: Und bei einer Schnittnutzung ernte ich ja vor allem dem Halm Das heißt des Gras wächst auf, es wächst aber weniger in die breite Es wächst mehr an die Höhe und dadurch ist das Grünland nicht so dicht Weil's nicht so stark bestockt.
00:07:18: Und wenn ich jetzt quasi anfange eine Fläche zu beweihe, die vorher vielleicht nur geschnitten wurde muss ich damit rechnen dass da Pflanze wachsen die den Tritt und den Biss des Tieres nicht vertragen.
00:07:30: Daher wäre es eigentlich gut wenn man so einen Übergang von der Schnittfläche zu einer Weidefläche damit begleitet oder indem man da Pflanzen einsäht nachsäht überseht die eben besser in ne Weide reinpasse wie zum Beispiel ein deutsches Weitelgras oder ein Weißglä.
00:07:49: Okay, also haben wir jetzt zu Beginn dann erstmal unsere Bestände angeschaut.
00:07:54: was steht da eigentlich?
00:07:55: Was möchte ich überhaupt haben?
00:07:57: Also wo will ich auch eigentlich hin?
00:07:59: Oder was ist quasi mein Zielbestand?
00:08:02: und dann geht es ja so langsam dann doch an Zweiden an den Beide Austrie.
00:08:07: Und dann ist natürlich immer so diese erste Frage naja wann fange ich denn eigentlich am besten an?
00:08:13: Also gibt's da irgendwie Richtwerte?
00:08:16: oder hast du da irgendwie Tipps, ab wann man am besten zu weiden beginnt und vielleicht auf warum?
00:08:23: Also das ist eigentlich entscheidendes Thema weil es ganz entscheidend ist dass man so früh wie möglich mit dem Weidegang beginnt.
00:08:33: Man sagt eigentlich, sobald die Fläche grün werde, so bald die Vegetationszeit beginnt ist der richtige Zeitpunkt, die Tiere auf die Weide zu treiben großflächig.
00:08:45: Die Fläche einmal zu überweiten.
00:08:47: da geht es auch gar nicht so arg darum dass sie darf viel Weidefutter aufnehmen sondern mehr drum dass ich quasi eine Grünlandpflege mache indem sich die Spitze abfressen und das Gras dadurch den Impuls kriegt in die Bestockung zu gehen nicht nach oben zu wachsen sondern in die Breite und tentenziell kann man eigentlich sagen dass wir inzwischen beim Vegetationsbeginn zwischen zwei und vier Wochen früher sind also noch vor fünf, zwanzig, dreißig Jahre.
00:09:15: Und ich habe extra nochmal geschaut.
00:09:17: heute in meinem Gebiet ist zum Beispiel so als im Hochschwarzwald auf tausend Meter da war der Beginn der Grünland Vegetation am vierte Vierte das heißt wir haben schon quasi einen Monat lang Vegetation im Grün Land.
00:09:32: Da gibt es auch eine Grün-Land Temperatur Summe.
00:09:35: die kann man sich im Internet anschauen Und da gibt es auch eine Karte für unterschiedliche Regionen, wo dann dabei steht wann denn der Vegetationsstart dieses Jahr oder in den vergangenen Jahren im Krügeland war.
00:09:51: Das liefert bestimmt noch mal ne gute Hilfestellung!
00:09:54: Da können wir den Link ja gerne nochmal in die Show Notes am Ende packen dass jeder nochmal nachgucken kann für seine eigene Region.
00:10:02: Also würde das jetzt bedeuten so früh wie möglich?
00:10:06: Oder gibt's auch einen zu früh auf die beide raustreiben?
00:10:11: Ich würde sagen, ein zu früh gibt es nicht.
00:10:13: Klar der Bestand oder da Bode muss abgetrocknet und trittfest sein wobei man sagen muss Tritschee entstehen ja da wo ich konzentriert einen hohes Trittaufkommen habe.
00:10:26: wenn ich aber im Frühjahr hin gehe und die Flächen die ich beweihe großflächig einsäuen und die Tiere verteile sich dann entstehe da einfach auch gar nicht so viel Trittschede.
00:10:38: Das heißt, ein zu früh gibt es eigentlich nicht!
00:10:41: Es gibt nur einen zu spät wieder runter.
00:10:43: Und was würde einem zu späts bedeuten?
00:10:45: oder was für Auswirkungen hätte ein zu späd?
00:10:48: Wenn ich den Bestand zu lange beweide, dann wird er zu intensiv verbissen und zu tief verbissen.
00:10:56: Und das wiederum schwächt die Pflanze vor allem dann wenn der Grünland-Bestand keine ausreichende Ruhezeit bekommt.
00:11:05: Also per se ist ein zu tiefes oder zu langes Beweide erst mal kein Problem, dann wird es dann wenn das kontinuierlich stattfindet und die Pflanze keine ausreichenden Ruhe Zeit bekommen.
00:11:17: Dass sie quasi ihre Reserven gar nicht mehr auffüllen können?
00:11:21: Genau!
00:11:22: Vielleicht gleich zum Einstieg gräser Wachsenex potentiell, d.h.
00:11:28: in einer S Kurve.
00:11:29: Und im Endeffekt ist die Herausforderung, der Pflanze immer genug Blattmasse zurückzulassen.
00:11:36: Weil nur wenn sie genügend Blattmaße hat kann sich quasi wieder Reservestoffe einlagern und Nährstoffe ins Wurzelwachstum investieren.
00:11:45: Wenn ich quasi eine Pflance vor allem die Kräser dann wieder zu früh beweide also der Pflanzen zu früh die Blattmasse wieder wegnehme sozusagen Dann kann die Pflanze keine ausreichende Resservestoffe einlagern und auch kein Wurzelnwachstum.
00:12:02: Und ich würde das sehr intensiv betreiben, dann wird die Pflanzen irgendwann schwächer und unter Umständen geht sie dann auch
00:12:11: kaputt.".
00:12:12: Spielt da wieder der Pflanzenbestand noch Rolle?
00:12:14: Weil du hast ja vorhin gesagt es ist eine Pflanzengemeinschaft.
00:12:20: Genau also wie gesagt Fläche, die geschnitte Werte sind ja eher obergräserreich und flächende Beweidetwerte in der Regel eher untergras betont.
00:12:33: Und die typischen Pflanzearten, die man so kennt von einer Kurzrasse-Standweide, sind ja deutsches Weidelgras, Diviserischbeunterweisklei.
00:12:43: Diese drei Arten vertragen den intensiven Tritt und das intensive Beweihe sehr gut weil sie ihre Reservestoffe quasi unter an pflanzen Basis habe und die quasi durch die Kuh nicht so einfach weg zu fressen sind.
00:13:01: Außerdem wachse diese Gräser eher oder weißkler als Leguminose eher in die Breite, das heißt sie bestockt besser und kann dadurch einfach mehr Blattmasse am Boden bildet und ist schnell darauf angewiesen quasi stark in die Höhe hochzuwachsern
00:13:22: quasi um das nochmal zusammenzufassen.
00:13:24: Möglichst früh raus, aber auch nicht zu lange auf der Fläche bleiben.
00:13:29: und generell hat das Weidesystem es gibt ja verschiedene Arten sei es jetzt eine Standweide, eine Umtriebsweide oder eine Kurzrasenweide hattest du eben schon mal angesprochen hat dass auch noch einmal einen Einfluss auf das Thema Ruhezeiten weidebegehen diese Faktoren?
00:13:47: Ja also auf jeden Fall.
00:13:53: Wenn man sich überlegt, was für ein weite System ich auf meinem Betrieb einführen möchte, muss ich mir eigentlich über mehrere Dinge erst mal Gedanken machen.
00:14:04: Das eine ist das Standort also was für einen Boote habe ich?
00:14:08: bin ich grundwassernahe Grundwasser fern?
00:14:11: wie viel Jahresniederschlag hab ich überhaupt?
00:14:14: und dann auch das Thema.
00:14:16: natürlich habe ich in mich viel betrieb habe ich einen Mutterkuhbetrieb und was auch entscheidend noch dazu kommt, in welchem Umfang möchte ich denn weide?
00:14:26: ist die Weide für mich ein begründer Auslauf wo die Futteraufnahme eigentlich keine Rolle spielt.
00:14:33: Und ich fütte einem Stall oder ja möchte ich möglichst viel Mehl- oder Rindfleisch aus Weidegraserzeuge dann hab' ich natürlich andere Ansprüche an eine Weide und wenn ich jetzt im Gebiet bin das eher trocken isch vor allem auch im Sommer gerne trocken wird, dann ist vielleicht die Kurzrasewide nicht unbedingt die richtige Weideform.
00:14:58: Weil die eben die Kurz-Rasewide kann zwar sehr hochwertiges Futter liefern, vor allem für den Milchkuh aber sie ist halt sehr anfällig was Trockeheit angeht.
00:15:10: und auch was die Nährstoffversorgung angeht ist sie halt sehr anspruchsvoll Wobei ich dann auf der anderen Seite halt die Thema habe wie eine Koppelweide oder eine Portionsweide, wo ich ja in der Regel höhere Bestände beweihe.
00:15:25: Also in der Kurzrasenweide ist die Fläche irgendwo im Optimum immer so fünf, sechs, sieben Zentimeter hoch und bei einer koppel weiden Umtriebsweite oder einer Portionweide da weide ich ja an den Regeln Bestände die fünfzehn bis fünfundzwanzig Zentimeter Hoch sind.
00:15:44: So ganz grob!
00:15:46: Also quasi ein Zusammenspiel aus dem weide System, was sich dann auswirkt auf das weide Management.
00:15:54: Dann auch eigentlich, wann beginne ich mit den Weiden?
00:15:56: Wie lange bleibe ich auf den Flächen und welche Ruhezeiten muss ich den Flächern wieder zur Verfügung stellen?
00:16:03: Wenn wir beim Thema Ruhezeit sind hast du da so eine grobe... Faustformel vielleicht, die man heranziehen kann oder wie man vielleicht auch einfach beurteilen kann.
00:16:14: Wann ist mein Bestand soweit dass ich ihn wieder beweiden kann?
00:16:20: Also eben ja wenn wir sich die Ruhlzeit von von Gräsern anschauen dann spricht mal auch gerne von der Payback-Time oder von der Rückzahlzeit und wie ich vorhin schonmal gesagt habe Gräserwachse in einer S Kurve.
00:16:34: das heißt das wachstumischex potentiell.
00:16:37: Und dieses exponentielle Wachstum endet dann, wenn quasi die Pflanze ins generative übergeht.
00:16:45: Das heißt sie den Samestand ausbildet und blüht und auch in die Samereife kommt.
00:16:53: Wenn ich natürlich Futter habe das so alt wird, hab' ich keine Qualität mehr vor allem nicht für eine Michkuu.
00:17:01: Darum ist das abhängig davon.
00:17:04: was möchte ich mit dem Gras füttern?
00:17:06: Und wenn es eine Mutterkuh ist, darf es ein bisschen älter sein.
00:17:10: Wenn sie Milchkuh sind, dann eher früher.
00:17:13: Man kann eigentlich sagen, ein deutsches Weidelgras
00:17:16: z.B.,
00:17:16: das hat eine Rückzahlzeit oder eine Ruhezeit von zwei bis drei Wochen.
00:17:21: und wenn wir in der Obergräserbereich gehen, sprich Rorschwingel, Glatharfer und solche Arte, dann sprechen wir eher zwischen den Binden, ja zwischen sechs und acht Wochen.
00:17:32: Das ist natürlich auch abhängig davon.
00:17:35: Wie ist die Witterung, wenn es trocken ist?
00:17:37: Dann hat man eher eine längere oder lässt man den Pflanze eher eine langere Ruhezeit damit sie einfach genug aufwachsen kann.
00:17:47: Damit ich mir dann schlussendlich nicht selbst einen Fallstrick lege, wenn ich wieder zu früh auf die Fläche gehe dass sich dann ja quasi Ertrag verschenke und meine Pflanzen sich noch nicht genug erholt haben.
00:17:59: Das ist im Endeffekt das springende Wort.
00:18:03: Das geht wirklich darum, dass ich quasi dem Pflanzebestand was die Ertragsbildung angeht halt bis ins Optimum je nach Futterqualität ausnutze.
00:18:12: Und ganz oft wenn halt die Adreiege nicht passen oder die Zuwächse nicht zustimmen dann kommt ganz oft ja es ist wieder trocken und meistens ist das gar nicht der Fall.
00:18:25: Ganz oft ist so, dass sich der Bestand nicht genug Zeit hat von der vorherigen Weidenutzung wieder zu erholen.
00:18:35: Und eben hatten wir quasi das andere Beispiel, also jetzt hatten wir gerade die Rede davon... Unser Bestand kann sich nicht erholern!
00:18:43: Wir gehen zu früh wieder drauf.
00:18:45: und dann hattest du eben aber auch noch gesagt es gibt ja auch die Variante dass ich quasi ja zu überständiges Gras dann stehen habe und quasi so ein bisschen ja ich sage mal Futter vor mir her schiebe und meine Tiere gar nicht hinterher kommen.
00:18:59: was könnte man da gegen machen?
00:19:03: Also da ist ein wichtiger Punkt, dass man eben früher schnell oder früh genug auf die Fläche kommt damit schon beim ersten Aufwuchs das Gras nicht davon wächst.
00:19:16: Wenn ich auch früher beweide... also früher beginne im Frühjahr zu beweisen dann breche ich sozusagen den erste Futterberg der da kommt im Frühjar.
00:19:25: Das wäre schon mal der erste Punkt.
00:19:27: Früher raus und Und auf Nummer sicher zu gehen, dass einem das Futter nicht davon wächst muss man eigentlich wenn man es nicht im Auge hat die Grünlandfläche einmal in der Woche ablaufen und die Aufwuchshöhe messen.
00:19:42: Nur dann weiß ich wo mein aktueller Tageszuwachs ist und kann quasi vorausplanen und weiß okay da gibt's Fläche.
00:19:50: Wenn ich damit meine Tiere hinkomme ist das Fütter schon so alt oder hoch und dann wird man quasi solche Flächen halt zum ersten Schnitt Rausmähe und Winterkonserve machen.
00:20:03: Das wäre ja dann auch eine gute Variante, dass man eben kein wertvolles Futter vergeudet und so eben schon mal für die Winterfütterung quasi vorsorgt und sich da schon einmal seine Konserven anlegt.
00:20:16: Genau oder als drittes vielleicht noch mehr Tiere auf die Fläche?
00:20:21: Sofern man sie nur noch zur Verfügung hat!
00:20:24: Wenn man natürlich mehr Tiere hat, dann mehr Tiere natürlich auch mehr Futter braucht.
00:20:30: Da sieht man ja eigentlich wieder, es ist wirklich wie man's auch im Ackerbau macht.
00:20:34: Man kontrolliert regelmäßig seine Bestände schaut finde ich irgendwelche frühen Anzeichen für irgendwelchen Krankheiten und das wird vielleicht in Grünland dann so ein bisschen stiefmütterlich behandelt.
00:20:46: aber auch da, wie du eben gesagt hast, ist es eigentlich wichtig regelmäßig auf seine Flächen zu laufen, seine Beständen anzuschauen, vielleicht auch mal nachzumessen oder vielleicht auch einmal ein bisschen zu dokumentieren.
00:20:57: Wie ist denn mein Aufwuchs?
00:20:59: Hast du da vielleicht Tipps, wie man das machen kann?
00:21:03: Läuft man einfach mit einem Zollstock über die Fläche oder gibt es da irgendwie noch ein bisschen was Professionelleres.
00:21:09: Also wichtig ist vielleicht dass man das kombiniert.
00:21:12: weil Mathire auf der Weide hat muss man ja auch die kontrollieren und ich kann da immer nur empfehlen das zu verbinden.
00:21:19: also die Tierkontrolle verbinde indem wir auch das Grünland quasi abläuft schaut eben was wächst denn da verändert sich's vielleicht Und dann kann man als einfachste Möglichkeit im Endeffekt sich ein Plastikdeckel nehmen, da ich damit den Loch rein mache und den quasi zusammen mit einem Meterstab auf der Bode stellen.
00:21:43: Dann kann man ja schauen wo bei welchem Zentimeter Bereich liegt das Deckel quasi auf dem Gras am Metermaß und kann daraus so ganz grob – das ist natürlich nicht auf dem Millimeter genau!
00:21:58: Einfach erfassen wie viel Aufwuchs, wie viele Zentimeter aufwuchsen und damit wieviel Futter steht auf der Fläche.
00:22:06: Es gibt auch ganz professionelle Hilfsmittel so Racing Bleedmeeder zum Beispiel wo man quasi über die Fläche läuft und diesen Teller immer wieder auf den Grasbestand drückt und er dann während ich über die flächen laufe die Durchschnittliche Aufwuchshöhe ermittelt.
00:22:27: kann man dann auch verbinden mit einer App auf dem Handy, damit ich sofort weiß okay.
00:22:32: Ich habe jetzt so und so viel Futter auf der Fläche stehen und hab dann sozusagen eine Zuwachskur für übers ganze Jahr
00:22:40: also quasi einmal die digitale Variante versus die old school Variante.
00:22:46: genau und eben wichtig das zu Zuverbinde, sei es Tierkontrolle oder Zauenkontrolle.
00:22:54: Ich muss das Wasserfass wechseln, irgendwas.
00:22:56: Sich da vielleicht doch selbst mal wieder so ein bisschen zu sensibilisieren und sich in den Kopf zu rufen, dass man das auch einfach mal ein bisschen mitmacht?
00:23:04: Man wird ja manchmal vielleicht einfach ein bisschen Betriebsblend.
00:23:09: Definitiv!
00:23:10: Und wie gesagt, ich glaube mir in Deutschland eine super gute Grünlandwirtschaft.
00:23:18: Aber was mir nicht so gut habe, ist halt eine Auseinandersetze mit weide basierte Systeme.
00:23:28: Auch weil die Forschung und die Lehre in den letzten fünfzig- sechzig Jahre sich um die Stallfütterung gekümmert hat und nicht um eine effiziente Weidewirtschaft.
00:23:38: Also hier der Aufruf, sich wieder etwas mehr mit seinen Kröntlernflächen zu befassen?
00:23:43: Ja!
00:23:43: Und auch den Blick über den Tellerrand nicht zu scheue und sich mal anzuschauen, wie es denn in anderen Länder oder wie andere Länder arbeitet die vielleicht weite basierter Systeme haben.
00:23:55: Wie zum Beispiel Neuseeland oder Irland bei der Milcherzeugung?
00:24:00: Oder wenn's dann im Mutterkuh- und Fleischrinderbereich ist, dann halt auch in die USA oder nach Kanada.
00:24:07: Was würdest du hier so als Punkte nennen, die man vielleicht auch bei uns einfach mal ausprobieren kann?
00:24:14: Also den Tieren mehr zuzutraue, dass sie aus Weidegras Milch und Fleischerzeuge.
00:24:20: Und auch ich hatte es jetzt zum Beispiel diese Woche wieder an Anruf von dem Betrieb Mutterkuhbetrieb.
00:24:26: Da fragt mich dann ob er für Mutter Kühe Grünfutter holen soll weil auf seiner Weidefläche steht noch nichts.
00:24:33: Dann sage ich als Betriebsleiter lasst deine Kühe raus Du hast zwar den Eindruck da steht nix aber du hast auch schon seit vier Wochen Vegetationsbeginn Und vor allem im Frühjahr, auch wenn da nicht viel Aufwuchs ist.
00:24:48: Dieses Grasspitze sind ja total Protein- und Abbauenergiereich.
00:24:53: Das ist vergleichbar mit einem Kraftfutter.
00:24:55: D.h.,
00:24:56: die Tiere holen sich da total viel von der Fläche.
00:25:00: Es ist es nicht immer nur ausschlaggebend wie hoch mein Bestand ist sondern auch in welcher Vegetationsphase befinde ich mich dass ich da auch die Inhaltsstoffe ein bisschen im Blick habe.
00:25:10: Genau, das ist ja im Endeffekt auch wie bei der Winterfutter-Gewinnung.
00:25:16: Man hat einen Zuwachs an Zentimeter oder an Massezuwachs und irgendwann kippt quasi da Massezuwachs in eine schlechtere Futterqualität weil das Futter halt holziger wird sagt man den Ligninanteil steigt und dort muss man halt sozusagen den Kompromiss finden zwischen Erdrag und Qualität.
00:25:37: und so ist es ein Stück weit beide Weide auch.
00:25:40: Und dann eben auch in Kombination mit, wie du es gesagt hast habe ich da eine Milchkuh die ich füttern möchte oder eben eine Mutterkuh, die einfach einen ganz anderen Bedarf vielleicht auch einfach hat.
00:25:51: Genau ja!
00:25:52: Oder ein Mastrindt das natürlich auch in höhere Bedarf hat.
00:25:55: Wie eine Mutterkuu und vor allem eine trockestehende Mutterkuur, die hat halt ein sehr geringer Bedarf.
00:26:01: Die kann halt auch eher altes abgestandenes Gras oder sehr extensives Futterfressen und guckt mit dem Superzurecht.
00:26:12: Wir hatten ja jetzt schon viele Punkte, die sich so ein bisschen mit dem Thema Zeit quasi befassen, die entscheidend sind fürs Weide-Management oder wo vielleicht auch kleine Fehlerquellen liegen.
00:26:23: also wann gehe ich am besten raus?
00:26:24: Wie lange bleibe ich drauf?
00:26:26: wie lange gebe ich meiner Fläche eine Ruhezeit?
00:26:29: und hatten aber auch schon so'n bisschen am Rande.
00:26:32: nochmal Ja, andere Faktoren genannt wie jetzt zum Beispiel.
00:26:35: Was ist es denn für ein Rind mit dem ich weide?
00:26:38: Die auch einen Einfluss auf das Weide-Management haben?
00:26:41: hast du daneben noch andere Punkte jetzt unabhängig von dem Thema oder von dem Faktor Zeit wo Du sagen würdest die sollte man auch noch im Blick behalten wenn wir übers Weide Management nachdenken
00:26:54: was sicher auch noch ein Thema ist definitiv die erst mal die Verfügbarkeit an beweitbare Fläche.
00:27:01: Die kann ja auch eingeschränkt sein.
00:27:03: Und dann ist es halt total wichtig, dass man wenn ich wenig Weidefläche zur Verfügung habe Auch die Zeit in der die Tiere auf die Weide dürfe einschränken.
00:27:14: Das ist in meiner Auge existenziell wichtig sogar weil Wenn ich im Stall voll fütter und lasse die Kühe dann auf eine zwei drei Hektar große Joggingweide Habe ich auch einen gewissen Nährstoff Verlust oder eine Verlagerung von den Ernährstoffe, die ich in Stalf war als Futter und die dann auf die Weidefläche komme.
00:27:34: In Form von Kodonorin wo aber eigentlich gar keiner Tragen mehr kommt.
00:27:39: das heißt wer wenig Weide Fläche zur Verfügung hat sollte die Weidetzeit der Tiere auch begrenzen.
00:27:46: ganz wichtige Punkt was natürlich auch noch dazu kommt ist zum Beispiel Autitropokafri der Weide fläche weil vor allem Bei Rindern ist es so, wenn ich Hangenfläche habe wie jetzt bei mir in meinem Beratungsgebiet im Schwarzwald hat man quasi das Thema dass die Tiere nicht am Hang liegen sondern die Liege dort wo es irgendwie flach oder ebend ist und wo die Tiere liegen.
00:28:13: da setzt sie Kot ab.
00:28:15: Da setze sie Hahn ab und ich hab dann dort auch eine Nährstoffverlagerung in die Ebenen Flächen wo die Tieren liegen an der Hankfläche, wo die Tiere zum Weide gehen halt eigentlich zu wenig Nährstoffrückfluss.
00:28:29: Weil die Tiere dort halt tendenziell weniger Kot und Hahn absetzt.
00:28:33: Da wäre es total wichtig dass man das auch im Duo-Management oder wenn ich quasi den Zaunbau berücksichtigt, dass die Nährstoffverteilung gleichmäßig ist.
00:28:47: Dass sich auf der gesamten Fläche dann eben auch meinen Ertrag habe?
00:28:51: Und nicht nur punktuell
00:28:53: genau
00:28:54: mein Futter quasi produziere sozusagen.
00:28:59: Okay, also haben wir den auch noch den Punkt der Topografie genannt.
00:29:02: und auch nochmal das Thema Nährstoffmanagement.
00:29:06: da wird es auch noch einen weiteren Podcast zu geben zum Thema abgestufte Grünland-Nutzung wo nochmal ein bisschen näher auf das Thema Nährstoffe und Grüdland eingegangen wird wenn jetzt ja so langsam gegen Ende der Weideperiode mal schauen.
00:29:28: Wir sind zwar aktuell noch ganz am Anfang, aber man kann schon auch ein bisschen in die Zukunft blicken.
00:29:36: Thema Weidepflege also wenn jetzt die Weidesaison erstmal beendet ist und ich habe vielleicht noch überständiges Gras, Futterreste, Geilstellen, vielleicht auch die eine oder andere Problempflanze Würdest du da irgendwie sagen, es ist in jedem Fall nochmal eine Weidepflege im Herbst notwendig oder vielleicht sogar zwischendrin wenn mal meine Fläche eine Ruhezeit hat?
00:30:03: Kann man pauschal nicht beantworten.
00:30:05: Also ich würde vor allem dann zu einer Weidepflege raten, wenn es tatsächlich sich um Gift- oder Problempflanze handelt die die Tiere nicht fresse.
00:30:17: So Problempflanzen wie zum Beispiel der Ampfer Den kriegt man eigentlich ganz gut in den Griff.
00:30:23: Wenn ich eben im Frühjahr rechtzeitig auftreibe, weil wenn die Ampferpflanze klein sind dann fresse denn die Kühe auch noch gern mit später lassen sie entstehen.
00:30:33: Das heißt ein Endeffekt kann man sagen.
00:30:35: eine gute Weidepflege beginnt eigentlich schon im Frühjar.
00:30:39: Weil ich habe ja in der Regel auf einer Weide nur Dahnprobleme dass die Tiere nicht alles fressen A wenn es eine Geilstelle ist also wo ein Kuflade liegt oder dann, wenn quasi das Gras aus dem Vegetativen ins Generativ gekommen ist und einfach nicht mehr so schmackhaft ist.
00:30:57: Das ist ja auch das warum eine kurze Raseweide so hohes Futter produziert.
00:31:01: ich habe im Endeffekt immer junge frische Blätter am Gras im vegetative Stadium und die Kühe überweite.
00:31:08: alles was man auch gut machen kann um so einer Herbstnachpflege nach Mord vorzubeugen ist, wenn man merkt okay Da gibt es Bereiche, da fressen die Tiere nicht oder das Futter wächst einmal davon.
00:31:24: Das gibt's ja auch.
00:31:25: und dann kann man so Sachen machen wie die Fläche nachmehe und die Kühe dann quasi einen Tag später wieder in die Flächen lasse.
00:31:32: Die werde mit Begeisterung über das am Vortag abgemähte Futter herfallen.
00:31:37: Das liebe ich total zu angewältigtes Futter.
00:31:40: Warum kann ich nicht sagen?
00:31:41: Das funktioniert auf jeden Fall sehr gut!
00:31:43: Und wenn man dann wieder in so Länder schaut, die halt professionelleres Weidemanagement machen wie vielleicht bei uns.
00:31:50: Die mache dann so Sachen wie dass sie auch koppeln vor Mehe, wenn quasi das Futter zu alt wird und man hat dann im Endeffekt wieder den gleichen Effekt.
00:31:58: Die Tiere fressen es am Tag zuvor gemähte Gras total gern.
00:32:04: Spannend!
00:32:07: Manches ist einfach nicht zu erklären, aber das ist ja tatsächlich eine relativ einfache Maßnahme.
00:32:12: Wenn ich eben noch ein bisschen überständiges Gras habe oder eben es wächst mir einfach davon wenn ich einen gute Liederschläge und eine gute Witterung habe dass sich dann quasi einfach so ne Art Anwälksilage die sie sich selber holen
00:32:27: Genau ohne dass man sie in Silo packt.
00:32:30: Was natürlich auch wichtig ist wenn man jetzt sagt okay man möchte jetzt eine Fläche nach Mäh oder auch vielleicht mulche.
00:32:37: Wenn es halt zu viel Masse gibt, dann leitet natürlich die Grasnarbe drunter.
00:32:43: Das heißt wenn's zu viel ist und das kommen dann keine Tiere mehr, die das eventuell wegfressen, muss man abfahren.
00:32:53: Um so eben noch mal Winterfutter zu haben und nachhaltig seine Fläche ein bisschen zu schonen oder schützen?
00:33:00: Du hattest auch das Thema angesprochen, dass es ja auch Betriebe gibt die vielleicht nicht so viele arrondierte Weideflächen haben.
00:33:08: Siehst du denn auch eine Möglichkeit darin Ackerflächen mit in die Beweidung mit einzubeziehen?
00:33:14: Klar!
00:33:14: Also das geht natürlich ganz charmantisch.
00:33:18: dann wenn man sozusagen nicht einzelne Acker Fläche zu Grünland werden lässt sondern die Weide sozusagen in der Ackerbaufruchtfolge integriert hat und die Tiere dann auch quasi von Fläche zu Fläche wandern im übertragenen Sinne.
00:33:36: Wichtig ist hierbei, dass so klassische Luzernegrasbestände oder auch Rotklee-Gräsermischung sich halt für eine intensive Kurzrasseweide nicht eignet.
00:33:52: Pflanze, die da drin enthalten sind.
00:33:54: Das sind in der Regel Obergräser und dann eben Rotklee oder Luzerne.
00:33:59: zu tiefe und zu häufige Verbiss einfach nicht aushalten.
00:34:04: Hier muss auf jeden Fall wenn ich so was machen möchte, solche Bestände beweide eine Koppel- oder Umtriebsweite stattfinden und den Pflanzen musste Ruhezeit auf jeden Fall einkäumt werden, die irgendwo zwischen vier und acht Wochen beträgt.
00:34:22: Ansonsten wird vor allem die Luzerne, die da sehr empfindlich ist nach einem Jahr aus dem Bestand verschwunden sein.
00:34:31: Das ist einfach keine Art, die man im System einer Kurzrahe soweite beweide kann.
00:34:39: Da gibt es ja auch andere Herausforderungen.
00:34:41: Das kann auch sein, dass die Kühe da oblehe wenn man da zu junge Luzerne beweidet.
00:34:48: Da ist auch eine Herausforderung und man kann natürlich auf einer Ackerfläche auch eine Wiesenmischung der Weidelgras-Wieserisbe-Weißklee Bestand etablieren.
00:35:01: das ist natürlich auch möglich da natürlich, weil jetzt so viele Lekominose enthalten sind.
00:35:08: Aber auch deutlich bedürftiger was dann die Versorgung mit Nährstoffe angeht.
00:35:13: und bei einem Rotklehr- und Luzernegras hat man halt die Stickstoffversorgung weitestehend autark auf der Fläche.
00:35:19: Also du würdest sagen, da ist schon Potenzial dar.
00:35:23: aber man muss natürlich diese Flächen ein bisschen anders managen als es jetzt bei Rheindauer Gründlandflächen der Fall ist, weil wir da ja oftmals Kulturen stehen haben keine reinen Weidefutterpflanzen sind?
00:35:37: Ja, klar.
00:35:38: Kann man so sagen ja und diese Pflanze eben ein weites System das eine Schnittnutzung sehr ähnlich ist.
00:35:45: Bei der Lucianne zum Beispiel ist es so dass die frische Triebe an der Pflanzerbasis nach oben schiebt.
00:35:53: da ist im Endeffekt auch die Reserve drinnen der Pflanzen.
00:35:56: wenn ich jetzt eine Lucianne in einem Kurzrasenweidesystem beweihe dann kommt die Kuh und frisst regelmäßig diese frische kleine Triebe weg.
00:36:05: Und im Endeffekt nimmt man da in der Pflanze die Sonnenkollektoren, Sordekraftwerk.
00:36:12: Das ist auch bei aller anderen Pflanzen so, wenn die Kuchstände kommen und die Blätter wegbeißen, hat halt die Pflanzen keinen Sorderkraftwerk mehr und kann keine Reserverstoffe in den Wurzel oder in die Trieber am Boden einlagen.
00:36:28: Also auch hier wieder?
00:36:30: Achtung
00:36:31: bei der Pflanzenwahl in den Beständen und wie ich sie beweide.
00:36:38: Was wären jetzt aus deiner Sicht, wenn wir das Ganze nochmal kurz Revue passieren lassen?
00:36:44: Ganz kurz und knapp die wichtigsten Punkte, die man in Bezug auf das Weidemenagement berücksichtigen sollte damit man selbst als Betrieb und eben auch die Tiere möglichst lange Freude an der Weide haben.
00:37:02: Also wichtig eben ganz zu Beginn sich damit auseinandersetzen, was habe ich denn da?
00:37:08: Was wächst hier für Pflanze?
00:37:09: Was hab' ich für ein Standort?
00:37:11: Dann welchen Umfang soll die Weide in meinem Betrieb überhaupt einnehmen?
00:37:16: ist halt die Hauptfuttergrundlage in der Vegetationsperiode oder habe ich einen begrünten Auslauf und fütter eigentlich im Stall.
00:37:27: dann kommt natürlich dazu Das passende weite System oder Management zu finden, was auf meinen Standort und mein Weideumfang passt.
00:37:37: Da ist vielleicht auch noch ganz wichtig zu sagen dass man das nicht so stark sehen soll.
00:37:43: Es ist eigentlich besser das aktiv zu begleiten Und zum Beispiel kam er wunderbar im Frühjahr mit einer kurz raseweite Starte Und die über den Sommer wenn es heißer und trockener wird höher werden lasse und eher eine Portionsweite oder eine Koppelweite mache Bedingungen fürs Grünland und für das Graswachs zum Wiederbesserwert oder wieder auf eine kurze Rase weiter umsteigen.
00:38:05: So sollte man im Endeffekt seine Weitewirtschaft aktiv managen, man kann vielleicht sagen der Arbeitszeitbedarf ist eher extensiv bei einer Weide aber der Management Bedarf ist eigentlich sehr intensiv weil man ständig dabei sein muss die Fläche und auch das System immer wieder an die unterschiedlichen Bedingungen anpassen muss.
00:38:34: Und dann kommt vielleicht als letzter Punkt noch dazu, dass es natürlich auch Rassen, Rinderrasen gibt, die halt mit weidebasierenden Systeme besser zurechtkommen wie die Hochleistungsmilchkuh die vielleicht je nach Weide und auch je nach Qualität erweide an ihre Grenze kommt.
00:38:57: Das
00:38:57: war doch jetzt wirklich nochmal eine sehr schöne Zusammenfassung, was ich auch noch mal wichtig finde.
00:39:02: Deswegen würde ich das gerne eigentlich nochmal betonen beziehungsweise wiederholen wie du es gesagt hast.
00:39:07: Es ist kein starres Beidesystem, was man einmal zu Beginn festlegt und dann für immer dabei bleibt sondern es ist immer wieder ein Anpassen aktuelle Situation an den Tierbestand, an die Witterung.
00:39:22: Also man muss immer jedes Jahr wieder aufs Neue gucken wie muss ich hier agieren?
00:39:27: Wie muss ich eventuell nachsteuern?
00:39:29: An welchen Stellschrauben muss sich vielleicht in diesem Jahr drehen damit ich eben Den bestmöglichen Effekt habe von der Weide und das eben auch meine Tiere dann schlussendlich davon profitieren und ich auch langfristig von meinen Weideflächen Ertrag, Unterhole und Summelt ihr auch Leistung von meinen Tieren?
00:39:49: Ja.
00:39:50: Und das immer wieder sich auch in Kopf zuholen, dass halt das weite Futter, des günstigste Futter ist es mir anbieten können und in Zeiten wie im Moment wo der Diesel sehr teuer ist denke ich dort die Anreize mehr aus der Weide zumachen vielleicht noch größer werde wie's in der Vergangenheit schon war.
00:40:11: natürlich muss das Standort auch dazu passen.
00:40:14: Das ist doch eine sehr schöne Take-Home Message und ein guter Abschluss für diesen Podcast zum Thema Wide Management!
00:40:21: Vielen Dank Timo, dass du heute dabei warst.
00:40:23: damit verabschieden wir uns und freuen uns wenn ihr auch das nächste Mal wieder mit dabei seid und in den Podcast rein hört.
00:40:31: gebt uns auch gerne in den Kommentaren oder über podcastetnaturland-beratung.de einen Feedback zu euren eigenen Erfahrungen und Learnings rund um das Thema weide und weide Management.
00:40:44: Welche Fehler habt ihr vielleicht schon mal gemacht?
00:40:46: Und wie habt ihr dagegen gesteuert, das würde uns auch auf jeden Fall mal interessieren.
00:40:51: Weiterführende Infos findet ihr auch wie immer in den Show-Notes.
00:40:54: Und bis dahin vielen Dank fürs Zuhören!
00:40:57: Und bis zum nächsten Mal!
00:40:59: Ciao macht's gut und bei Fragen zum Thema Weide wendet euch an eure Beratung für Naturland.
00:41:05: Danke dass du in dieser Folge dabei warst.
00:41:10: Mehr über unsere Arbeit und den Podcast findest du auf unserer Webseite www.naturland-beratung.de.
00:41:18: Falls du noch nicht Mitglied bei Naturland bist, dann könnte genau das das Richtige für dich sein!
00:41:24: Vermarktungsvorteile und das große Netzwerk aus Beraterinnen und Berater sind zwei Gründe warum sich eine Mitgliedschaft für dich auszahlen kann.
00:41:32: Hol dir jetzt unser kostenloses und unverbindliches Infopaket.
00:41:36: Klicke einfach auf den Link in den Show Notes, trage kurz deine Daten ein und wir senden dir das Paket in den nächsten Tagen zu.
00:41:43: Bis zum nächsten Mal!
00:41:44: Wir freuen
00:41:45: uns wenn du wieder dabei bist – und denkt immer daran?
00:41:48: Gut beraten mit Naturland.
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