#25 Social Media in der Landwirtschaft: Grundlagen, Mehrwert und realistischer Einstieg

Shownotes

In dieser Folge von WIR BIO-BAUERN geht es um den Einstieg in Social Media für landwirtschaftliche Betriebe. Wir ordnen die Grundlagen ein, erklären gängige Plattformen und sprechen darüber, welchen Mehrwert Social Media für die ökologische Landwirtschaft und Bio-Betriebe haben kann – ganz ohne Marketingstress und ohne Umsetzungsdruck.

Gemeinsam mit Fabio Steiner, Geschäftsführer einer Marketing Agentur aus Graz, gehen wir einen Schritt zurück und klären zuerst das Grundverständnis: Was ist Social Media eigentlich – und was nicht?

Für wen kann es sinnvoll sein, sich damit zu beschäftigen, und für wen vielleicht auch nicht?

Dabei sprechen wir offen über Unsicherheiten, typische Denkfehler und darüber, warum Social Media nicht automatisch viel Zeit, Technik oder Selbstdarstellung bedeutet.

Themen dieser Podcast-Folge:

  • Was Social Media grundlegend ist – und wie es sich von Website oder Homepage unterscheidet
  • Warum Social Media für viele Menschen selbstverständlich geworden ist
  • Überblick über wichtige Plattformen
  • Welche Altersgruppen wo unterwegs sind – und was das für Betriebe bedeutet
  • Braucht man Social Media als landwirtschaftlicher Betrieb überhaupt?
  • Zukunft & Einordnung: Plattformen vs. Sichtbarkeit
  • Typische Fehler und falsche Erwartungen beim Einstieg
  • Wie ein erster, ganz entspannter nächster Schritt aussehen kann

Wir starten mit dieser Folge bewusst bei den Grundlagen. In den nächsten Episoden gehen wir Schritt für Schritt weiter ins Konkrete.

Was ist für dich aktuell die größte Hürde beim Start mit Social Media: Zeit oder Unsicherheit?

Schreib uns einfach ein Wort an podcast@naturland-beratung.de

Shownotes

Webseite

WIR BIO-BAUERN auf Instagram

Jetzt Infopaket anfordern

✅ Themen und Feedback an podcast@naturland-beratung.de

Transkript anzeigen

Celine Grau: Celine Grau Social Media taucht ja inzwischen überall auf, auch in der Landwirtschaft, beziehungsweise landwirtschaftliche Betriebe haben auf Instagram einen Account, auf Facebook oder beschäftigen sich damit. Aber einige stellen sich trotzdem die Frage, brauche ich das auch, ist es wirklich relevant, was ist der Mehrwert, wie fange ich an? Genau darum soll es heute gehen. Und damit herzlich willkommen zur ersten Folge von Wir Biobauern im neuen Jahr. Ich bin Celine Grau, der Host des Podcast und ich spreche dafür heute mit Fabio Steiner. ist Geschäftsführer im Social Media Marketing von Conversion Club. Das ist eine Marketing-Agentur aus Graz.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Hallo, freut mich sehr, dass ich hier sein darf.

Celine Grau: Celine Grau Fabio, zu Beginn würden wir gerne zwei Begriffe klären, und zwar einmal Reichweite und Algorithmus. sind ja beides Begriffe, die durchaus sehr häufig im Social Media Bereich fallen bzw. eine gewisse Relevanz haben. Was steckt denn dahinter?

Fabio Steiner: Fabio Steiner durchaus, das sind sicher mit den bekanntesten Begriffen, die man so kennt im Social Media Marketing Bereich, sondern eigentlich relativ einfach erklärt. Reichweite spielt das wieder, wie viele Accounts bzw. Impressions man mit seinen Beiträgen erzielt hat. Impressions heißt, wie oft ist das ausgespielt worden auf einer Plattform. Das kann man dann noch unterscheiden in tatsächliche Reichweite, also in die Impressions, wie oft das ausgespielt worden ist, bzw. Aufrufe, wie viele Accounts das gesehen haben. Zum Beispiel kann ein Account einen Beitrag dreimal gesehen haben, dann hat er eine Reichweite von drei Impressions. Und der Algorithmus spiegelt quasi wider, wie sehr die Plattform den Beitrag begünstigt. Da gibt es verschiedene sogenannte Signale. Also wird der Beitrag oft geliked, wird er viel kommentiert, wird er oft gespeichert, wird er oft geteilt. aber bei Videos auch vor allem solche Merkmale wie, wie lang wurde ein Video angeschaut. Und umso höher diese Merkmale sind, desto besser ist das für den Algorithmus und der Algorithmus entscheidet nachher was ausgespielt wird und an wen das ausgespielt wird.

Celine Grau: Celine Grau Somit begünstigt der Algorithmus, wenn man den verstanden hat, auch die Reichweite. Ist das richtig?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Absolut, also die arbeiten quasi zusammen. Wenn der Algorithmus findet, dass dein Beitrag es wert ist, den vielen Leuten auszuspielen, weil andere Leute darauf reagiert haben, dann kann man eine größere Reichweite bekommen und dadurch mehr Leute erreichen.

Celine Grau: Celine Grau Genau, okay, gut zu wissen, gut erklärt, danke dir. Dann eine zweite Frage, die ich immer zu Beginn habe, ist die Eisbrecherfrage. Und das mache ich immer so ein bisschen der persönliche Touch. daher deine persönliche Erfahrung, warum, also welche falsche Erwartung an Social Media oft vorhanden ist. Also was sind da so deine Erfahrungen auch jetzt mit deiner Agentur?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Zwei Punkte sind wahrscheinlich sehr entscheidend. Einerseits, dass die Leute, nicht so viele Berührungspunkte damit haben und das noch nicht ausprobiert haben, davon ausgehen, dass alles von vornherein perfekt sein muss. Quasi, ich mag gar nicht starten, denn ich kenn mich da nicht aus. Ich habe gar nicht die Möglichkeiten, die Qualität zu liefern, ich gerne liefern würde, was absolut nicht notwendig ist. Also unperfekte Dinge funktionieren sehr gut in den sozialen Medien. Und das andere ist, die quasi vorzustellen, dass es eine reine Verkaufsplattform ist. Das heißt, es ist nicht ausreichend, seine Produkte einfach zu präsentieren, vielleicht den Preis dazu zu sagen und dann davon auszugehen, dass die dadurch gekauft werden, sondern Social Media Marketing hat ganz viele andere Vorteile, wie zum Beispiel neue Leute zu erreichen, sich selbst ein bisschen bekannter zu machen, zu zeigen, was hinter den Kulissen einer Landwirtschaft zum Beispiel passiert und so weiter.

Celine Grau: Celine Grau Genau, das sind ja jetzt auch schon ein paar Argumente, die dafürsprechen, warum Social Media eben nicht nur für Betriebe mit Direktvermarktung ist. Kannst du das noch mal ausführen, warum eben das für alle landwirtschaftliche Betriebe gerade in der heutigen Zeit durchaus einen Mehrwert bietet.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Die meisten Betriebe nutzen das dafür, zu zeigen, wie sie arbeiten und was das Besondere daran ist. In unserer Gesellschaft würde ich jetzt einmal ein salopp sagen, viele kennen sich mit der Landwirtschaft überhaupt nicht aus und wissen gar nicht, was dahintersteckt, wie viel Arbeit da reingeht, wie viel man auch im Vorfeld investieren muss, bevor man überhaupt einen Ertrag kriegt oder was passiert, wenn einmal eine Ernteausfülle ist. Und das kann man damit sehr gut kommunizieren und darauf aufmerksam machen, einfach die Wertigkeit der Produkte weiter zu steigern. Andere Betriebe nutzen das aber quasi neue Einkommensquellen zu generieren. dass sie zum Beispiel Führungen auf ihren Betrieb anbieten, dass die Leute einladen und das über Social Media kommunizieren oder halt wirklich Personen des öffentlichen Interesses zu werden. Es gibt immer mehr Agrarinfluencerinnen, die dann einfach nur mehr in die breite Masse der Gesellschaft eintauchen kann und halt auch dort Imagearbeit leistet für die Landwirtschaft. Und halt auch Kooperationen machen, wie zum Beispiel mit Steyr Traktoren, dass ich die dort bewerben oder South Austria oder andere Firmen, die halt in dem Bereich tätig sind und dann klassisch Werbung machen für die.

Celine Grau: Celine Grau Ja, das klingt nach vielen Möglichkeiten, die da auf jeden Fall vorhanden sind. Anders gesagt, wo sind ganz klar auch Grenzen? Also was können die sozialen Medien nicht? Gibt es da was?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Sie können auf keinen Fall zaubern. Man kann nicht erwarten, dass man einmal in der Woche einen Beitrag macht und das reicht dann aus. Da ist es schon auch Arbeit und man muss einiges investieren. Es ist keine automatische Verkaufsplattform. Weil man jetzt aktiv ist, dass keine Garantie dafür, man mehr Umsatz macht oder seine Produkte verkaufen kann oder dass man auch seine Ziele erreicht. Aber man hat einen Vorteil gegenüber allen, die das Ganze nicht nutzen. Und man kann auch wenig falsch machen. Ich sage, das Schlimmste, was auf den sozialen Medien passieren kann, dass niemand deinen Beitrag sieht, dann hat man nicht großartig viel verloren. Oder auf der anderen Seite, dass sehr, sehr viele Leute deinen Beitrag sehen und dann hat man halt auch sehr viele Leute damit erreicht.

Celine Grau: Celine Grau Das stimmt. Einige Betriebe haben ja jetzt schon eine Website. Also ich sehe es jetzt zum Beispiel unseren Mitgliedern. Auch wenn sie keine Direktvermarktung haben, sie haben eine Website, weil sie schon merken, eine Kommunikation in Richtung Verbraucherinnen und Verbraucher ist wichtig, weil sie vielleicht auch schon so etwas wie Führungen oder so was anbieten. Was ist jetzt ganz klar der Unterschied zur Website im Vergleich zu Social Media eben.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Eine Website ist ein bisschen das Aushängeschild. Wenn man das jetzt mit einer Filiale vergleicht, dann ist das Schaufenster die Website. Man kann es einen guten Eindruck machen, man kriegt Informationen. Und alle Aktionen drum herum, wie man Leute zum Beispiel auf die Website bekommt oder in die Filiale rein, das ist nachher Social Media Marketing. Also da kann man nachher sehr viel kommunizieren, was vielleicht auf der Website jetzt keinen Platz gefunden hat. Man kann genauer auf Themen eingehen, man kann Geschichten sehr gut erzählen, man kann andere Punkte aufmachen. Also das bietet uns einfach mehr Möglichkeiten, Dinge zu kommunizieren, was mit der Website alleine nicht so gut möglich ist.

Celine Grau: Celine Grau Also wäre das auch dein Hauptargument, wofür Menschen eben Social Media nutzen? Also weil das ja auch wichtig mal zu verstehen, wenn man da Beiträge gestaltet, was kommt gut an, was nicht. Was würdest du sagen, für was nutzen die Menschen eben Social Media im Alltag?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Da gibt es tatsächlich einige Studien schon dazu und es gibt einige Hauptgründe, wieso Leute auf den sozialen Medien vertreten sind. Der Hauptpunkt ist tatsächlich Informationssuche. Das heißt, sie informieren sich über soziale Medien, wie früher jede Familie eine Zeitung daheim gehabt hat und erst einmal die im Vormittag gelesen hat. Es sind mittlerweile sehr viele auf Social Media unterwegs und holen sich dort ihre Informationen zu unterschiedlichsten Themen. Der andere Punkt ist wirklich die aktive Suche nach Angeboten, nach Möglichkeiten und auch sich inspirieren zu lassen und der Austausch und die Connect also sich zu vernetzen mit Freunden, neuen Leuten, auch Unternehmern oder halt Personen, mit denen man gerne in Kontakt treten würde.

Celine Grau: Celine Grau Das heißt, bei einem Vergleich zu einer Zeitschrift ist das natürlich auch viel auf der einen Seite schneller. Also man ist erst mal schnell lebiger, aber man erhält auch aktuelle Infos deutlich schneller, weil das natürlich viel schneller verbreitet ist. Was würdest du sagen, was sind da so die Vor- und Nachteile vielleicht auch?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Die Nachteile bei den sozialen Medien sind wahrscheinlich, dass man die Informationen nicht gut differenzieren kann. Also es gibt halt sehr viel Blödsinn auch in den sozialen Medien, wo jetzt schwer zu sagen ist, was ist jetzt eine vernünftige Quelle, was ist keine vernünftige Quelle und es darf natürlich jeder seine Meinung kundtun, was auch ein Vorteil ist und eine schöne Sache daran. Andererseits sind es halt oft keine qualitativen Medien. Also eine Zeitung hat immer noch eine andere Wertigkeit als jetzt viele Onlineportale. Aber es gehört alles, es gehört beides auch zusammen. Es ist gut, dass es beides gibt und man sollte auch beides nutzen. Und für alle Landwirtinnen und Landwirtinnen ist es halt eine Möglichkeit eines zusätzlichen Kommunikationskanals. Also zum Beispiel neben der Website oder neben Flyer, die sie vielleicht gemacht haben oder neben der ganzen Mundpropaganda, die oft sehr gut funktioniert, ist es eine weitere Möglichkeit, Marketing zu betreiben.

Celine Grau: Celine Grau Genau, ich würde es auch so beschreiben, dass man sagt, hat die Website für wirklich eine gewisse regionale Eingrenzung, weil ich sage, hey, das sind schon meine Stammkunden, die kennen uns und Social Media ist eher dafür da, die da reinzuholen, also über mich und im größeren Rahmen zu informieren, weil ich ja schneller mehr Menschen auch erreiche als jetzt nur über die Website, wenn ich die Inhalte nur über meinen Verteiler rausgebe, weil dann komme ich ja nie darüber hinaus. Das ist vielleicht auch nochmal ein Unterschied.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Absolut. Und man hat auch die Möglichkeit, sich selbst ein bisschen zu inszenieren und zu präsentieren. Bei mir ist es auch so, ich treffe ja meine Kaufentscheidungen auch im Sinne von, welche Marken sind mir sympathisch, welche Personen dahinter sind mir sympathisch. Und wenn jetzt ein Landwirt in den sozialen Medien sehr viel vertreten ist und die entscheiden, ob er jetzt seine Milch kaufen würde oder die von anderen Anbietern, die ihn nicht kennen, gehe ich natürlich zu denen, die sympathisch wirken, mit denen ich ja bisher Beziehungen aufgebaut habe und die immer wieder unterhalten oder halt informiert haben in den sozialen Medien.

Celine Grau: Celine Grau Ja, und gerade auch, wie du ja auch schon meintest, weil die Entfernung zwischen Verbraucher und, also Verbraucherin und der Landwirtinnen-Bubble quasi immer, also das geht ja immer weiter auseinander. Und da halt zu gucken, wie kriege ich Schnittstellen her? Wie kriegen sie wieder ein Verständnis dafür, was Tierhaltung bedeutet, was eben der Ökolandbau bedeutet, dass das extrem wichtig ist und ja auch der Ursprung von allem. Also ohne das Lebensmittel kommen wir nicht klar. Und das ist, glaube ich, ist auch der größte Mehrwert, weil du es da drüber transportieren kannst.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Auf jeden Fall. Und wenn wir uns vielleicht noch bisschen mehr die nischigere Bereiche anschauen. Also, jedem ist der Begriff Bio irgendwie geläufig. Wir haben alle schon davon gehört. Wir lesen davon. Wir sehen die Produkte. Aber wie viele wissen wirklich, was hinter Bio steckt und was dazugehört, was für Auflagen das sind, was man da einhalten muss. Und das ist auch wichtig, dass Landwirtinnen das dann in den sozialen Medien kommunizieren. Wieso sie zum Beispiel Bio-Landwirte sind, was die Besonderheiten sind, was vielleicht Vorteile das den Konsumentinnen bietet.

Celine Grau: Celine Grau Mhm.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Wieso die Preise vielleicht auch etwas höher sind, als bei anderen einfach auch da mal Aufklärung zu betreiben.

Celine Grau: Celine Grau Genau. Es gibt ja jetzt, wir haben ja zu schön von Social Media gesprochen, das ist aber nicht eine Plattform, wie manche vielleicht glauben, sondern da steckt ja viel, viel mehr dahinter. Einige Plattformen sind auch schon über 20 Jahre alt, je nachdem in welche Richtung man geht. Welche Social Media Plattformen gibt es aktuell, die wirklich aktuell einfach eine Bedeutung haben und wie unterscheiden die sich?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Es gibt tatsächlich sehr, sehr viele Social Media Plattformen und unter dem Begriff Social Media Plattformen fallen eigentlich sehr viel mehr als man im Volksmund oft erahnt. Also zum Beispiel ist auf vielen Tinder ein Begriff und die wenigsten wissen, dass das auch Social Media Plattformen ist, genauso wie Spotify. Aber wir wollen uns in der Folge halt auf die Hauptplattformen konzentrieren, die jeder kennt und die auch die meisten nutzen. Und dazu gehört Facebook und Instagram, die in dem Meta-Kosmos laufen. TikTok ist in den letzten Jahren sehr groß und beliebt geworden, bei Landwirtinnen und Landwirten. Und dann gibt es noch so Nischigere wie Pinterest zum Beispiel, wo man auch Produkte bewerben oder präsentieren kann, wird aber weniger in diesem Bereich genutzt. Also Landwirte sind oft vertreten auf Facebook, Instagram und TikTok.

Celine Grau: Celine Grau Genau. Und wenn wir jetzt Facebook und Instagram anschauen, worin unterscheiden die sich? Weil das ist einigen auch nicht klar. gut, Instagram ist jünger, Facebook gibt es schon länger. Aber kannst du das nochmal einordnen?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Facebook ist tatsächlich ein bisher älteres Medium, auch mit einem älteren Zielpublikum. Also da sind die Leute eher 35 aufwärts bis über 60, 65. Es lebt sehr viel von reinem Bildmaterial, also dass man da ein Bild postet und dann einen Text zu verschreibt in der sogenannten Bildbeschreibung. Und Instagram ist eher videolastiger und sehr ästhetisch. Also da geht es sehr viel um schöne Bilder zu machen. auf eine schöne Bildsprache oder auch den Betrieb zu zeigen oder auch schnelle Handyvideos hochzuladen, die man jetzt gemacht hat, seine Meinung kundzutun. Und da ist jetzt weniger interessant, was wirklich in dem Text drinsteht, sondern vielmehr, was das Bild vermittelt, was das Video vermittelt. Also das ist mehr eine visuellere Plattform.

Celine Grau: Celine Grau An deiner Antwort sieht man ja auch schon, dass dieses Klischee von wegen Social Media ist nur was für Junge nicht ganz stimmt. das ist mittlerweile ja dann schon bunt gemischt. Aber wenn wir jetzt auf die Altersgruppe eingehen, ist ja auch wichtig, wie du jetzt gerade gesagt hast, die unterscheiden sich einfach in der Art, wie das genutzt wird und was da auch gut ankommt. Instagram eher die Ästhetik und dass ich wirklich schaue ich muss da von der Qualität her auch ein bisschen was Höheres liefern. Warum ist es entscheidend, dass ich da weiß, welche Zielgruppe ich habe? Also, wenn ich jetzt sagen würde, wir entscheiden uns zwischen Facebook und Instagram, dass ich dann als Landwirt oder als Landwirtin sage, nee, ich gehe lieber in Facebook, weil mir ist der Austausch und solche Sachen wichtiger.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Also in der Praxis bietet es sich tatsächlich an beide Plattformen zu bespielen, auch mit dem gleichen Content, weil es im Hintergrund ein Online-Tool gibt, das ist die Meta Business Suite, wo man beides super einplanen kann und dann gleichzeitig auf beiden Kanälen ausspielt. Und dann schaut man in der Nachbetrachtung, wo kommt welcher Beitrag besser an. Also man muss da in der Praxis auch gar nicht so grob differenzieren und zu sagen, ich eher nur Instagram, ich mache eher nur Facebook, sondern man kann einfach beides gleichzeitig bespielen. Hat auch keine größere Nachwirkung. Es hat keinen Einfluss auf die jeweilige Plattform. Es bietet sich aber an zu sagen, okay, in meiner Region irgendwie mehr Leute erreichen. Es gibt auf Facebook zum Beispiel ganz viele Gruppen auch, wo es zum Beispiel das Thema Landwirtschaft geht. Meistens haben Orte, Gemeinden oder Städte ihre eigenen Facebook-Gruppen, wo man auch aktiv sein kann, wo man darauf aufmerksam machen kann zum Beispiel Hof-Feiern, wenn man eins hat oder wenn man Leute sucht, vielleicht bei der Ernte helfen, dann kann man das so mitnutzen, wenn man mehr neues Publikum erreichen will und auch größeres Publikum, dann ist Instagram wahrscheinlich die bessere Plattform, weil es dort einfach Möglichkeiten gibt, neue Accounts zu entdecken und es ist leichter dort schneller zu wachsen und neue Follower zu bekommen.

Celine Grau: Celine Grau Was das Wachstum angeht, ist ja TikTok in den letzten Jahren exponentiell nach oben gegangen. Wie ist deine Meinung zu dieser Plattform? Weil da ist natürlich auch die Überlegung da. Manche, also ich würde sagen, es gibt schon einige, die das auch mitnutzen. Es wird so ein bisschen gesagt, da muss man nicht so auf die Ästhetik achten muss. Klingt einfacher. Ist es das dann auch wirklich? Wie würdest du das einordnen?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Tik Tok ist halt mittlerweile eine sehr unterhaltsame Plattform. Also da geht es mehr darum, Sketches zu machen, Videos zu machen, wo man sich eigentlich drüber aufregt, und das ist mehr für Content Creator. Also wenn man vorhat, zu seinem Landwirt da sein, auch noch vielleicht Influencer zu werden oder Content zu kreieren, dann ist TikTok sicher eine sehr gute Plattform, vor allem für Jüngere. Wenn es einem rein darum geht, seinen Betrieb einfach ein bisschen mehr zu bewerben und das als zusätzlichen Marketing-Kanal zu nutzen, ist es jetzt nicht unbedingt notwendig. Also wenn man ein bisschen affin ist, gerne Videos macht, gerne vor einer Kamera steht, dann sollte man es auf jeden Fall mitmachen und sich einfach mal anschauen. Wenn man prinzipiell schon keine Lust hat vor einer Kamera zu stehen und da reinzureden, dann ist das wahrscheinlich nicht die richtige Plattform, was aber absolut okay ist.

Celine Grau: Celine Grau Jetzt interessiert mich natürlich auch noch, wie viele Menschen sind, denn da so auf den Plattformen unterwegs, dass man da auch mal eine Relation hat.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Okay, ich hab jetzt die Zahlen leider nur zu Österreich, aber man kann es da wahrscheinlich in einem Verhältnis auch zu Deutschland setzen. Also weltweit gibt es auf Facebook 3,5 Milliarden monatliche aktive NutzerInnen und in Österreich sind es 5,15 Millionen NutzerInnen. Wenn man bedenkt, dass es 8 Millionen ÖsterreicherInnen gibt, ist das schon mehr als 50 Prozent. Also circa 58 Prozent aller ÖsterreicherInnen nutzen Facebook.

Celine Grau: Celine Grau Mhm.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Und auf Instagram gibt es weltweit 1,6 Milliarden monatliche aktive Nutzerinnen und nur auf Österreich bezogen 3,2 Millionen, was wieder 35,7 Prozent aller Österreicherinnen ausmacht. Das heißt, über die Hälfte der Österreicherinnen und wahrscheinlich auch der Deutschen sind auf Facebook unterwegs. 35 % sind auch auf Instagram unterwegs. Das heißt, man kann da schon sehr, sehr viele Menschen erreichen.

Celine Grau: Celine Grau Ja, sehr gut. Danke dir für die Zahlen. Das ist immer nochmal spannend, auch wenn man sich solche großen Zahlen oft nicht so vorstellen kann, aber ist schon Wahnsinn. Jetzt interessiert mich natürlich auch noch die Zukunft. Also kann man da schon so in die Richtung gucken, hey, es wird sich dann noch mehr auf Instagram verschieben, noch mehr auf TikTok oder denkst du, es pendelt sich bei den drei großen, die wir jetzt genannt haben, jetzt für uns, die aufgrund der Zielgruppe und so ein bisschen die Hauptrelevant sind, pendelt sich da ein oder wie schätzt du das ein?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Ich sehr gerne gleich darauf eingehen, würde nur kurz ergänzen, dazu sagen, zum vorigen, weil es ja sehr große Zahlen sind, die man oft nicht greifen kann und man sich denkt, oh mein Gott, ich erreiche ja gar nicht so viele Leute mit meinem Kanal, muss man das immer in Relation ein bisschen betrachten, weil ich sage, wenn man 2000 Leute erreicht und 200 davon aber Fans nachher von einem werden und dessen Betrieb ist das schon sehr viel gewonnen, ist mir persönlich und auch für unsere Kundinnen immer lieber, als ihr erreicht zum Beispiel 1 Millionen Leute. und keiner davon folgt mir nachher wirklich oder kann mich in eine Verbindung bringen. Das heißt, kontinuierlich eine gewisse Anzahl an Menschen zu erreichen aus der eigenen Umgebung bringt wesentlich mehr und da muss man sich, wenn man damit anfängt, nicht einschüchtern lassen, wenn man wieder vielleicht nur 100 Aufrufe hat oder nur 500 Aufrufe hat. Das ist sehr ordentlich und sehr gut und immer besser, man erreicht die richtigen Personen, als man erreicht, unendlich viele Personen. Zur Frage, wo die Reise zukünftig hingehen wird, ist sehr spannend müsste ich quasi in eine Kristallkugel schauen, das beantworten zu können. Aber ich bin mir sehr sicher, dass man keine Angst haben muss, wenn man jetzt mit den sozialen Medien anfängt, Facebook, Instagram und TikTok, dass das in ein paar Jahren keine Gültigkeit mehr hat, weil die sind gekommen, um zu bleiben. Also Facebook ist mittlerweile seit über 20 Jahren am Markt, hat immer noch ihre Zielgruppe. Die Leute, die momentan noch aktiv auf Facebook sind, werden das auch die nächsten 10, 15 Jahre sein. Genau das Gleiche auf Instagram. Es wird sich von den Verhältnissen immer bisschen verschieben. Also momentan geht es bisschen mehr Richtung TikTok. Aber auch Instagram wächst stetig weiter. Das heißt, beide Plattformen sind nach wie vor in einer Wachstumsphase. Und es kann sein, dass irgendwann wieder eine neue Plattform kommt, die wir noch gar nicht kennen. Aber das heißt nur, dass die alten deshalb nicht mehr relevant sind. Also das sind Kanäle, die umso früher man sie nutzt und umso früher man aktiv wird auf denen, desto längerfristiger kann man sie dann bespielen, nutzen und für die eigenen Vorteile verwenden.

Celine Grau: Celine Grau Mir hast du damit schon mal die Angst genommen und mich hast du überzeugt, damit starten zu wollen. Wenn wir jetzt davon ausgehen, ich würde starten wollen, was ist ein guter Zeitpunkt und wo würdest du sagen, den Zeitraum würdest du eher vermeiden? wenn man jetzt neu startet, vielleicht nicht mitten in der Ernte, ist vielleicht klar, aber vielleicht kannst du da auch noch mal das einordnen.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Wenn wir uns bezogen auf Landwirte und Landwirte anschauen, dann hast du schon richtig erkannt, zu einer Zeit, man einfach schon mehr als genug zu tun hat und eigentlich überhaupt keinen Kopf dafür hat, ist es wahrscheinlich nicht der beste Moment, damit zu starten. Weil gerade am Anfang muss man bisschen Zeit investieren. Genauso wenig aber auch in einer Zeit, in der einfach nichts zu tun ist oder nichts zu kommunizieren ist. Das Schöne daran, gerade bei der Landwirtschaft, ist, Dinge zu zeigen, die Menschen in ihrem Alltag nicht allgegenwärtig sind. Also ich sehe jetzt nicht jeden Tag, wie man Kühe füttert, wie man am Traktor unterwegs ist, wie man grubbert und das Ganze. Und das ist interessant für Menschen, die das halt nicht in ihrem Leben haben. Das ist vielleicht für Landwirtinnen und Landwirtinnen was, wo man sagt, okay, das interessiert niemanden, weil ich mache das ja jeden Tag. Aber genau das ist das Besondere, was Menschen dann auch gern sehen und was sie sich anschauen, weil sie das halt noch gar nicht kennen, weil sie keinen Bezug dazu haben. Also einfach probieren, bisschen den Alltag mitzufilmen, mal in der Kamera zu reden, mal Eindrücke zu geben, was man eigentlich selber den ganzen Tag so macht. Und dann wird man relativ schnell merken, dass das sehr viel mehr Zuspruch bekommt, als man eigentlich anfangs gedacht hätte.

Celine Grau: Celine Grau Ja, ich finde es gut, dass du es gesagt hast, weil ich glaube, ist bei vielen echt der Punkt, man nimmt selber gar nicht mehr wahr. Wie faszinierend das eigentlich auch alles ist für Menschen, die das nicht tagtäglich machen. Und ich glaube, bei allem, was man selbst als Landwirt oder Landwirtin als banal und langweilig betiteln würde oder als, ja, als halt mein Alltag, das mache ich halt jeden Tag, das ist für die Leute super spannend. Und ich glaube, da einfach, ja, wie du sagst, einfach mal sammeln, einfach mal probieren, einfach mal Videos machen und dann kommt man da schon nach und nach rein. Wie viel Zeit sollte man dafür einplanen, realistisch, also ohne, dass ich jetzt sage, ich will da jetzt gleich jeden Tag Vollgas, sondern einfach dass ich sage, es ist noch ein Pensum, was ich neben dem landwirtschaftlichen Alltag stemmen kann.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Also was es sich anbietet, ist, es gibt ja ganz viele Videos von Leuten, sie filmen, wie sie zum Beispiel mit dem Traktor fahren, wenn sie Aussaat haben oder sonstige Aktivitäten, mit zu filmen, dann vielleicht sie eine Stunde danach Zeit zu nehmen, es bisschen zusammenzuschneiden, ein bisschen zu optimieren und zum Hochladen. Also ich sage, man muss sich jetzt nicht jeden Tag hinsetzen, weil man alle zwei, drei Tage eine Stunde investiert. Für den Anfang ist da schon sehr viel geholfen und kommt man schon sehr weit.

Celine Grau: Celine Grau Und Technik, du hast es gerade schon angesprochen. Brauche ich da irgendwie Kamera oder irgendwas oder geht auch das Handy, was ich schon habe?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Die meisten haben mittlerweile eh schon sehr gute Hände, ich sage alles ab iPhone 14 und gleichwertig reicht absolut aus, um super Bilder zu machen, super Videos zu machen, weil man merkt, okay, das macht einem Spaß. Man fühlt sich wohl in dem Ganzen. In Zukunft vielleicht einmal ein Mikro zu kaufen, bis jemand dafür zu investieren, damit man auch einen schönen Ton hat. Aber im Prinzip ist das Wichtigste einfach mal anzufangen, keine Angst davor zu haben, sondern einfach in die Umsetzung zu gehen und schauen, was passiert. Ich sage, das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass nichts passiert oder dass es halt sehr viele Leute passieren.

Celine Grau: Celine Grau Ja, das stimmt. Kann eigentlich nicht so viel passieren. Wie oft sollte ich posten?

Fabio Steiner: Fabio Steiner jeden Tag zu posten auf die ersten Wochen, wenn man es hinkriegt, wenn es einem Spaß macht, wenn man nicht zu viel Zeit dafür investiert und alles unter einen Hut bekommt, super, so mehr, desto besser. Aber es reicht auch, wenn man zwei bis drei Beiträge am Anfang der Woche macht und sich dann langsam steigert und schaut, wie man sich damit fühlt und wie gut das bei den Leuten ankommt.

Celine Grau: Celine Grau Poste ich einmal zweimal die Woche und dann die Woche drauf wieder nur einmal die Woche, weil ich es halt nicht anders schaffe. Also würdest du da eher eine gewisse Regelmäßigkeit reinkriegen und weniger?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Es ist auf jeden Fall besser, wenn man sagt, man macht es regelmäßig. Man nimmt zum Beispiel drei Tage pro Woche, wo man postet. Also zum Beispiel Montag, Mittwoch, Freitag sind meine Posting-Tage. Und da probiere ich wirklich kontinuierlich Content zu veröffentlichen. Anstatt ich mache einmal die Woche sieben Beiträge, dann mache ich drei Wochen nichts und dann mache ich wieder fünf Beiträge. Sondern lieber schauen, dass man da einen guten Rhythmus reinbringt und immer wieder über einen längeren Zeitraum aktiv ist. Man muss sich nicht überfordern und jetzt probieren.

Celine Grau: Celine Grau Du meintest ja auch schon von wegen, ich kann einfach auf dem Schlepper mitfilmen oder so. Was kommt da gut an deiner Erfahrung nach? Muss eine Person mit drauf sein? Reicht es auch, wenn ich einfach einen Schwenk über den Acker mache oder im Stall? Einfach so ein Erfahrungswert.

Fabio Steiner: Fabio Steiner Sowohl als auch, es ist unterschiedlich. Manchmal reicht es wirklich, wenn man sich selber filmt und in die Kamera spricht, weil man gerade ein Thema loswerden will. Es kann aber auch funktionieren, wenn man einfach über das Feld drüber filmt. Es kann auch funktionieren, wenn man nur filmt, wie der Traktor vorbeifährt in verschiedenen Sequenzen. Also alles ist möglich. Man kann im Vorhinein nicht mehr schwer sagen, was jetzt wirklich funktioniert und erfolgreich sein wird, sondern man muss das einfach ausprobieren und für sich selber feststellen, was einem liegt, was bei den Leuten gut ankommt und wo man auch Content liefern kann.

Celine Grau: Celine Grau Das waren ja fast schon gute Abschlussworte. Ich hätte noch eine Frage. Was ist dein Lieblingsmedium, wenn es eins gibt und warum?

Fabio Steiner: Fabio Steiner Ich bin sehr viel auf Instagram und TikTok unterwegs, weil deren Algorithmus so funktioniert, dass sie den Content ausspielen, der mir am besten gefällt. Facebook finde ich auch ganz interessant, Nachrichten zu lesen, weil da immer wieder Submedien drauf sind, die bisschen nischiger sind und meine Interessen nachher fördern. Es hat jede Social Media Plattform, ihr für, ihr wieder. Im Prinzip kann ich sagen, dass ich zu viel Zeit auf den sozialen Medien verbringe, aber es ist auch bisschen wegen meinem Beruf geschuldet. Aber wenn ich mich zwischen denen entscheiden müsste, ich wahrscheinlich momentan Instagram

Celine Grau: Celine Grau Ja, das stimmt.

Celine Grau: Celine Grau Ja, wer bei mir, glaube ich auch. Also Facebook habe ich schon lang, aber liegt irgendwie eher... der Algorithmus, der funktioniert da bei den Medien einfach super. Also da bleibt man oft lang hängen, leider. Genau. Das wäre es jetzt so weit auch von meiner Seite mit den Basics, um einfach mal so einen Umschlag zu machen, was das Thema angeht. Wir würden in den Folge-Episoden dann noch mal ins konkretere gehen. Also noch mal genauer schauen, was interessiert dich, welche Schwerpunkte setzen wir, da könnt ihr mitgestalten. Jetzt würde mich noch interessieren, was ist für dich aktuell noch die größte Hürde beim Start mit Social Media? Zeit oder Unsicherheit? Schreib uns einfach ein Wort an. podcast@naturland-beratung.de. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.